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Gedenken in Wuppertal an den Widerstandskämpfer Bernhard Letterhaus

Gedenken an einen Widerstandskämpfer : „Wir wollen nicht immer ruhig sein“

Seit Mitte der 80er Jahre widmet sich die Bernhard-Letterhaus-Schule in Barmen alle zwei Jahre im Rahmen eines Gedenktages mit Schulprojekten ihrem Namensgeber.

Letterhaus wurde 1894 in Barmen geboren, lebte auf dem Rott, war katholischer Gewerkschaftsführer, Politiker und Widerstandskämpfer. Kurz nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler wurde Bernhard Letterhaus im Juli 1944 verhaftet und am 14. November 1944 nach einer nur einstündigen Verhandlung vor dem Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am folgenden Tag in Berlin-Plötzensee erhängt.

Alle Klassen der städtischen katholischen Hauptschule an der Carnaper Straße beschäftigen sich während ihrer Schullaufbahn oft und intensiv mit ihrem Schulpatron. „Die Schülerinnen und Schüler empfinden eine andere Verbundenheit zu unserem Namensgeber. Er ist nicht irgendein Prominenter, sondern einer von uns“, so Schulleiter Joachim Kohlhage. Am diesjährigen Gedenktag hatten die Schulklassen wieder einige Projekte vorbereitet. Die jüngeren Schüler malten und erstellen Collagen, die mittleren und älteren suchten nach Spuren von Bernhard Letterhaus in Barmen. Sie gingen über den Rott, (be)suchten die dort angebrachten Erinnerungs-„Stolpersteine“ – und die Straße, die seinen Namen trägt, nicht weit entfernt von der Schule.

 Die kleine Bernhard-Letterhaus-Skulptur von Milena Noll steht in Zukunft in der Vitrine der Letterhaus-Schule.
Die kleine Bernhard-Letterhaus-Skulptur von Milena Noll steht in Zukunft in der Vitrine der Letterhaus-Schule. Foto: Simone Bahrmann

Milena Noll aus der Klasse 7a hatte in vierstündiger Heimarbeit aus Ton eine Skulptur mit dem Portrait von Bernhard Letterhaus angefertigt, die jetzt in der Schulvitrine einen Ehrenplatz hat. Die Klasse 8b mit Klassenlehrer Gregor Oertgen bemalte und beschriftete Grablichter.

Eine gemeinsame Wanderung zum Ehrengrab von Letterhaus auf dem Friedhof an der Schützenstraße folgte im Anschluss. Karina Herweg hatte Herzen und die Worte „Held“ und „Hoffnung“ auf ihre Kerze gemalt. „Ihr seid alle meine Zeugen, das glauben wir auch heute noch. Wir sind gegen Rassismus, wollen nicht wegschauen und nicht immer ruhig sein, auch mal etwas laut sagen, das ist mir wichtig“, sagt sie.

Am Friedhof angekommen, wurden die gestalteten Lichter auf das Ehrengrab gestellt und jeder Schüler trat vor, um ein Wort des Gedenkens zu sprechen.

Übrigens: Da Bernhard Letterhaus Mitglied und auch Messdiener in der katholischen Gemeinde St Antonius war, besteht schon lange eine intensive Verbindung zur Hauptschule am Rott.