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Scheuer: Bergische Uni in Wuppertal forscht zum Radverkehr der Zukunft

Eine Million Euro vom Bund : Bergische Uni forscht zum Radverkehr der Zukunft

Ein wichtiger Bestandteil der Verkehrswende ist der Radverkehr. Wie dieser künftig gestaltet werden kann, wird bald in Wuppertal gelehrt und erforscht: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer übergab am Donnerstag (6. Februar 2020) in Berlin den Förderbescheid für die Stiftungsprofessur „Planungswerkzeuge für den Radverkehr der Zukunft“ an die Bergische Universität Wuppertal.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert die Einrichtung der Professur. Bis zum 31. Dezember 2023 erhält die Bergische Universität rund eine Million Euro. Die Schwerpunkte der Stiftungsprofessur liegen in den Bereichen Simulation, Reallabor und Transformation. „Sie bietet die Möglichkeit, innovative Lösungen für die Planung von Radverkehrsinfrastruktur zu erforschen und die Erkenntnisse zu erproben, anzuwenden und zu evaluieren“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter, Leiterin des Forschungsgebiets Öffentliche Verkehrssysteme und Mobilitätsmanagement. „Ziel ist es, funktional differenzierte, in sich geschlossene Radwegenetze mit hoher Leistungsfähigkeit entwickeln und städtebaulich integrieren zu können.“ So sollen in Realexperimenten und in Reallaboren praxistaugliche, funktionierende Lösungsbeiträge entwickelt, erprobt und evaluiert werden.

„Wir freuen uns, dass wir mit dieser Stiftungsprofessur unseren Forschungsschwerpunkt zur zukunftsfähigen Mobilität weiter stärken können“, sagt Prof. Dr.-Ing. Felix Huber, Dekan der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen. Die Stiftungsprofessur „Planungswerkzeuge für den Radverkehr der Zukunft“ wird an der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen eingerichtet und ist dem Fachzentrum Verkehr angegliedert. Das Fachzentrum Verkehr besteht derzeit aus sieben Lehr- und Forschungsgebieten und drei Honorarprofessuren, die in enger fachlicher Zusammenarbeit und Kooperation Studierende betreuen und Forschungsprojekte bearbeiten. „Diese Ergänzung unseres bereits jetzt bundesweit angesehenen Fachzentrums Verkehr ist hervorragend. Meinen herzlichen Glückwunsch an die Fakultät für diesen Wettbewerbserfolg! Da neue Mobilitätskonzepte ganzheitlich konzipiert werden müssen, ist es zentral, die notwendigen Kompetenzen – nunmehr bis hin zum Radverkehr – in ihrer vollen Breite und Qualität vor Ort versammeln zu können“, freut sich auch Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch.

Geplant ist im Rahmen der Förderung außerdem die Entwicklung eines Masterstudiengangs Radverkehrsingenieurwesen. Dieser soll neben Grundlagen im Verkehrsingenieurwesen insbesondere vertiefende Kenntnisse für den Entwurf, die Planung und die Simulation von derzeitiger und zukünftiger Radverkehrsnachfrage vermitteln. „Die neuen Studierenden sollen Transformationsprozesse hin zu einer fahrradfreundlichen Stadt, Ortschaft oder Region verstehen und gestalten können. Dazu müssen Analysevorgänge und vor allem ingenieurwissenschaftliche Problemlösungen vermittelt werden. Die Studierenden werden dazu ausgebildet, sichere und leistungsfähige Infrastruktur für Radfahrende zu planen und zu bauen. So können sie einen Beitrag zur Verbesserung der Mobilität leisten“, erläutert Miriam Schwedler, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrgebiets Straßenverkehrsplanung.

Die Internationalisierung von Lehre und Forschung soll auf der schon jetzt sehr guten Zusammenarbeit mit u.a. niederländischen und dänischen Kooperationspartnern rund um das Verkehrsmittel Fahrrad aufgebaut werden. So ist z.B. eine Verstetigung des Konzeptes „FreshBrains“ geplant. Im Rahmen dieses internationalen Workshops entwickeln Studierende für Kommunen neue Ideen zum Radverkehr. Dieses Projekt ist nominiert für den Deutschen Fahrradpreis 2020. Die Bergische Universität Wuppertal kooperiert bei der Einrichtung der Stiftungsprofessur mit dem Forschungszentrum Jülich (im Bereich Fußgängerdynamik; Prof. Dr. Armin Seyfried), mit dem Wuppertal Institut (im Bereich Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung; Prof. Dr.-Ing. Oscar Reutter) und mit dem Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (TransZent).

Erstmals fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) an sieben Hochschulen Radverkehrs-Professuren. Konkret geht es darum, die Interessen von Radfahrerinnen und Radfahrer künftig noch stärker zu berücksichtigen – von der Infrastrukturplanung über Mobilitätsmanagement bis zur fahrradfreundlichen Gesetzgebung. Bewerben konnten sich Hochschulen für Professuren zu Radverkehrsthemen, u.a. aus den Fachrichtungen Ökonomie, Verkehrsplanung, Technik und Digitalisierung. Das BMVI startet das Förderprogramm „Stiftungsprofessuren Radverkehr“ im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) 2020.