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Heimatkunde auf dem Display: Pilzbestimmung per App aus Wuppertal

Heimatkunde auf dem Display : Pilzbestimmung per App aus Wuppertal

Ein Wuppertaler Unternehmen entwickelt smarte Anwendungen, die Wissen rund um das Thema Natur auf die Bildschirme holen. Ihre digitalen Naturführer erreichen Menschen auf der ganzen Welt.

Was passiert eigentlich, wenn das Kind beim Sonntagspaziergang fragt, welcher Vogel denn da singt? Oder wenn es wissen will, wie der Baum heißt, der da am Wegesrand wächst? Viele junge Eltern, sagen Kritiker, können ihren Kindern dieses Wissen nicht mehr vermitteln. Dabei haben smarte junge Familien die Antwort immer dabei. Und die liefert ein junges Unternehmen, das in Wuppertal sitzt. Kirsten und Peter Mullen sind zwei Gesichter hinter dem Unternehmen "Sunbird", das Heimatkunde auf das Smartphone-Display holt. Über 50 Apps rund um das Thema Naturkunde haben sie bereits in die App-Stores der Welt geschickt.

Die abenteuerliche Geschichte der Firma "Sunbird" beginnt vor 17 Jahren. "Während unseres Biologiestudiums haben mein Kumpel und ich Naturfotos im Netz verkauft", erzählt Peter Mullen. "Dann haben wir gemerkt: Die Menschen interessieren nicht nur die Bilder, sondern auch die Geschichten dahinter."

Mit einem englischen Partner starteten die promovierten Biologen Georg Pohland und Peter Mullen vor sieben Jahren in die Entwicklung der ersten Apps. Inzwischen ist das Unternehmen um den Entwickler Paul Litzbarski und Peter Mullens Frau, die Wuppertaler Wirtschaftswissenschaftlerin Kirsten Mullen, gewachsen. Dazu kommen Partner und Kontakte in der ganzen Welt — von Amerika bis Jerusalem.

Die Leidenschaft, weiter an den Apps zu arbeiten, findet das Unternehmerpärchen aber vor der eigenen Haustür und im Wechsel der Jahreszeiten. "Genau wie unsere Kunden", erklärt Peter Mullen. Wenn im Frühling die erste Sonne die Familien in die Natur zieht, steigen die Zahlen der Downloads der App "Alle Vögel Deutschland", die anhand der Spracherkennung jeder Stimme eine Art zuordnet.

Im Sommer ist die App "Blumen Id mit Fotoerkennung", die mit Hilfe der Handykamera jede Blüte bestimmt, gefragt. Und ab dem frühen Herbst erreicht die App "Pilzführer Deutschland" Rekorde, die über ein Ausschlussverfahren von Merkmalen Pilze bestimmt und sogar bei essbaren Findlingen ein Rezept vorschlägt. "Natürlich ist der Nutzer, genauso wie wenn er ein Pilzbuch zur Bestimmung benutzt, auch auf Vorsicht und seinen Verstand angewiesen", sagt Mullen.

Gerade arbeitet das smarte "Sunbird"-Team an einer App, die auch Pilze mit der Kamera identifiziert. "Es macht einfach total Spaß. Es ist die Kombination aus Biologie und Entertainment", so Peter Mullen. "Deshalb nennen wir unseren Job Biotainment."