Für Kinder und Jugendliche Notdienst: CDU kritisiert Zentralisierung

Wuppertal · Die Wuppertaler CDU-Ratsfraktion kritisiert die Zentralisierung des Kinder- und Jugendärztlichen Notdienstes, den die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein im Wuppertaler Helios-Klinikum angesiedelt hat.

Symbolbild.

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Foto: Alex Khaizeman

„Man folgt damit einer fehlgeleiteten politischen Agenda zur Krankenhausreform, die ausschließlich die Konzentration von Klinikstandorten vorsieht“, so der Fraktionsvorsitzende Michael Wessel.

Besorgte Eltern hatten eine Online-Petition gestartet und unter anderem bemängelt, dass nicht ausreichend über die Konsequenzen informiert worden sei. Am 1. April 2024 waren die bisherigen Notfalldienste in den niedergelassenen Kinderarztpraxen abgeschafft worden. Es sei im Vorfeld nicht deutlich herausgestellt worden, was das für die Eltern und Kinder bedeute.

„Eine zentrale Notfallpraxis, ob nun im Helios-Klinikum oder anderswo, ist eine Zumutung für Eltern mit kranken Kindern“, so Wessel. „Man setzt in Wuppertal etwas um, das kaum zur Verbesserung der Notfallversorgung der Kinder beiträgt. Ich teile die Sorgen der Eltern, die von viel zu langen Wartezeiten berichten, weil die bisherige Terminierungsmöglichkeit in den einzelnen Praxen wegfällt. Das hat stundenlanges Warten mit vielen anderen kranken Kindern in der Klinik zur Folge.“

Dass dieselben Kinderärzte, die zuvor in ihren eigenen Praxen die Notdienste angeboten hätten, nun im Helios tätig seien, sei zwar ein Vorteil. Sie müssen aber auf ihr Praxisteam aus Medizinischen Fachangestellten verzichten. „Funktionierende Teams und Abläufe hat man bewusst unterbrochen und die telefonische Erreichbarkeit abgeschafft“, kritisiert Wessel.

Zudem würden laut Berichten einiger Kinderärzte bei Personalmangel „fachfremde Medizinische Fachangestellte“ eingesetzt. „Die Zentralisierung ist eine Katastrophe für die Stadt Wuppertal, die bislang wegen ihrer gut organisierten und funktionierenden kinderärztlichen Notfallversorgung geschätzt wurde.“

Wessel fordert auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen schon jetzt eine Überprüfung der Ergebnisse. „Gibt es seitens der betroffenen Eltern, der Kinderärzte und der Medizinischen Fachangestellten mehr Argumente gegen als für die Zentralisierung, sollte man schnellstmöglich zum alten Notdienst-System in den Kinderarztpraxen zurückkehren.“ Er appelliert an die betroffenen Kinderärzte, mit der CDU-Fraktion Kontakt aufzunehmen und ihre Erfahrungen zu schildern.

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