Am Rott: Naturschützer kritisieren Baumfällungen

Am Rott : Naturschützer kritisieren Baumfällungen

Am Rott sollen Bäume gefällt werden. Der Bund kritisiert in einer Pressemitteilung die geplanten Fällungen.

"Bäume in der Stadt haben viele wichtige Wirkungen", schreibt die Wuppertaler Kreisgruppe. "Nicht nur, dass ihre optische Wirkung Wohlbefinden im Menschen hervorrufen kann, nein, sie verbessern die Stadtluft und filtern Schadstoffe, sie verbessern das Stadtklima, das sonst heiß und trocken und für die Menschen ungesund ist - kurzum: Bäume in der Stadt verbessern die Stadt. Deshalb sind gesunde und kräftige Stadtbäume in Wuppertal seit Jahrzehnten ein Thema für die Kreisgruppe Wuppertal im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland."

Bäume stehen auch in Stadträumen, die sonst wenig Grün aufweisen, so z.B. an der Straße "Zur Dörner Brücke" am Südhang des Rott. Hier gibt es nur wenige Bäume und die gesunden, noch nicht sehr alten Bäume auf einem Spielplatz in der oberen Hälfte der Straße, oberhalb der Straße Hohenstein, seien unter anderem deshalb bedeutsam für das Quartier.

Aber diese Bäume sollen sterben. Der Grund: Sie werfen Schatten auf den Spielplatz. Was für Eltern sogar positiv sein mag, weil ihre Kinder dann nicht wie auf vielen Spielplätzen in der Sonne gebraten werden , wird von der Stadt Wuppertal als Grund angesehen, wieso hier keine Kinder mehr anzutreffen sind. Nach Angaben der Stadt mussten bereits Spielgeräte abgebaut werden, weil die Bäume die Feuchtigkeit festhalten und frühere Spielgeräte verwittert seien. Damit sei die Aufenthaltsqualität für Kinder und Jugendliche schlechter bis sehr schlecht geworden. Dem will die Stadt mit einem Einsatz von mehr als 100.000 Euro im Rahmen des Spielflächenbedarfsplanes entgegen wirken. Aber dafür will sie auch die Bäume fällen: acht bis zehn Stück nach unterschiedlichen Aussagen, vielleicht sogar mehr.

"Hier werden die Bäume nicht nach ihrer stadtklimatischen und stadtökologischen Wirkung bewertet, sondern als Objektmöblierung gewertet, für schlecht befunden und zu Lasten aller Menschen im Quartier frühzeitig beseitigt," sagt Jörg Liesendahl, Biologe und Vorstandsmitglied der Bund-Kreisgruppe. Eine Gedankenwelt, wie sie der Bund schon bei privaten Gärten kritisch sieht, die so in der Verwaltung der Stadt Wuppertal aber eine Katastrophe sei. Liesendahl: "Das betrifft ja nicht nur diesen Spielplatz, sondern alle Jahre wieder neue Flächen, für die der Spielflächenbedarfsplan eine Generalsanierung vorsieht!"

Dabei spiele es keine Rolle, dass die Bäume über die jeweilige Spielplatzfläche hinaus eine wichtige Funktion wahrnehmen. Geachtet werde mit engem Blick nur auf den Spielplatz, der eine "soziale Funktion" wahrzunehmen habe, egal, wie sich seit Jahren das Umfeld entwickelt hat.

Die Bund-Kreisgruppe Wuppertal bittet deshalb die vor Ort zuständige Bezirksvertretung Barmen, die noch im Monat Februar zu erwartenden Fällmaßnahmen zu stoppen und die geplante Spielplatzsanierung ausführlich und unter Berücksichtigung baumerhaltender Alternativen zu überarbeiten und erneut zu besprechen.

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