Mykonos: Griechische Kneipe in Wuppertal Heckinghausen

Gaststätte „Mykonos“ : Heckinghausens griechische Kneipen-Perle

Von Freundschaft und Liebe handelt die Geschichte der Kneipe „Mykonos“. Freundschaft, weil nicht nur einer, sondern gleich zwei Stammgäste unabhängig voneinander der Rundschau-Redaktion den Tipp gaben, „auf ein Bier“ der Gaststätte im Herzen Heckinghausens einen Besuch abzustatten.

Und Liebe, weil Besitzer Takis Valavanis hinter der Theke seiner Kneipe durch Fügungen des Schicksals seine Herzdame Viktoria traf. „Du kommst als Fremder und gehst als Freund“ steht auf Takis Valavanis’ Visitenkarten. „Fragen Sie nach dem Motto“, fordern mehrere Stammgäste die Rundschau bei ihrem Besuch im „Mykonos“ auf. „Das ist hier wirklich Programm!“

Hinter der langen, ums Eck laufenden Theke aus hellem Holz steht der Grieche Takis Valavanis und lächelt. In diesem September feiert er in seiner Gaststätte 20-jähriges Jubiläum.

Vor wenigen Tagen, am 11. August, jährte sich zum 16. Mal der Hochzeitstag mit seiner Frau Viktoria. Irgendwie scheint er in seinem Leben einiges richtig gemacht zu haben.

Vor 31 Jahren kam Valavanis aus Griechenland nach Wuppertal und fand Arbeit bei Luhns in der Seifenfabrik. Als der Wunsch, sich selbstständig zu machen, die Oberhand gewann, übernahm er die Eckkneipe an der Heckinghauser Straße. Damals noch „Korfu“, taufte er die Gaststätte um in „Mykonos“ und entließ als ersten Schritt die bisherige Belegschaft.

Ein Fehler, den er wenig später bereute. „Ich hatte keine fähigen Leute, also stellte ich Viktoria, die schon beim Vorbesitzer gearbeitet hatte, wieder ein.“

Vier Jahre später heirateten der Grieche und die Rumänin. Seitdem führen sie gemeinsam und mit viel Liebe den Familienbetrieb. Die Herzlichkeit der Wirtsleute überträgt sich auf ihre Gäste. Viele von ihnen kommen täglich oder zumindest mehrere Male in der Woche in ihr „zweites Wohnzimmer“ in Sichtweite des Heckinghauser Gaskessels. Bei einem Bier für 1,30 Euro und der Bundesliga auf „Sky“ kann der Abend gemütlich ausklingen – sowohl in beschaulicher Herrenrunde als auch mit den Damen dabei.

93 Jahre zählte der älteste Gast, die Anfang 20-Jährigen lockt der Billardtisch in der Ecke in die Kneipe, in der sich seit 20 Jahren nichts verändert hat. Außer die Bier-Preise. „Die mussten wir zwei Mal um jeweils 10 Cent erhöhen“, gibt Viktoria Valavanis etwas zerknirscht zu. Wofür bei 1,30 Euro fürs Glas nun wirklich kein Grund besteht ...

Bei der Inneneinrichtung bleibt das „Mykonos“ seit Jahren dem „Gelsenkirchener Barock“ treu, wie es ein weiblicher Stammgast so schön beschreibt.

Foto: Wuppertaler Rundschau

Trotzdem legt die Frau hinter der Theke Wert darauf, dass täglich frische Blumen in den Vasen auf den Tischen stehen. Wenn es draußen dunkel wird, zündet sie Kerzen an – für die richtige Stimmung.

Obwohl es im „Mykonos“ in der Regel nur flüssige Nahrung und kein Essen gibt, sorgt Takis Valavanis regelmäßig dafür, dass seine „Familie“ bei einem langen Fußballspiel auf „Sky“ nicht verhungert. Dann kommt er plötzlich mit Tabletts voller belegter Brote und Frikadellen aus der „Küche“ (die es eigentlich nicht gibt) und verteilt Häppchen an seine Gäste – einfach so.

Während der Rundschau-Fotograf das Wirtspaar gemeinsam mit einigen „Familienmitgliedern“ für ein Gruppenbild positioniert, kommt ein Herr mit Bierglas in der Hand herüber geschlendert: „Hier wird nichts mit der Gabel aufgeschrieben“, raunt er der Redakteurin zu. „Wirklich eine tolle Kneipe. Schön, dass Sie hier sind.“

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