Mobile Wache Döppersberg: Mobil, zu Fuß und nah bei den Bürgern

Mobile Wache Döppersberg : Mobil, zu Fuß und nah bei den Bürgern

Die Lage in der Elberfelder City hat sich verändert und beruhigt, und das nicht erst, seit die Polizei mit einer mobile Wache vor dem Schwebebahnhof am Döppersberg steht. Ein Besuch bei der Polizeiwache im Transporter.

Zwölf Stunden täglich ist die mobile Wache am Döppersberg mit zwei Beamten besetzt. Insgesamt 20 Polizisten sind in drei Schichten dort im Einsatz. Hauptkommissar Andreas Wilke und Oberkommissar Achim Surborg verbringen ihren Dienst im "Transporter", nachdem sie zuvor auf Streife in der Elberfelder Innenstadt gewesen waren. Im Frühdienst gab es bisher keine Anzeige. Das heißt aber nicht, dass der Dienst in der Elberfelder Innenstadt immer so ruhig verläuft. Das bekannte Drogenproblem hat sich vom Döppersberg durch den Umzug des Café Cosas verlagert. "Wir sprechen mit den Drogenabhängigen und erstatten gegen Dealer Anzeige", erzählt Achim Surborg. Ansonsten hat sich das Milieu in Elberfeld mit der Zeit verändert.

Mit Drogen wird von sehr unterschiedlichen Personen und Gruppen gedealt. Eine Szene hat Elberfeld offensichtlich ganz verlassen: Der Straßenstrich auf der Hofaue und die Damen, die auf einem Parkplatz an der Bundesallee, in Nähe des ehemaligen Gymnasiums Aue, in Wohnwagen auf Freier warteten. Das betrifft auch das ehemalige Vergnügungsviertel an der Gathe, wo das Leben erwachte, wenn normale Familien zu Bett gingen und sich in der Eck-Kneipe der letzte Gast verabschiedet hatte.

Auch die Zocker-Szene hat sich ganz leise hinter verschlossene Türen zurückgezogen. Die Delikte, die von den Beamten mit überwiegend langer Diensterfahrung in Elberfeld aufgenommen werden, sind meist Taschen- und Ladendiebstahl sowie das Dealen mit Drogen. "Dadurch, dass wir zu Fuß im Einsatz sind, sind wir nah am Bürger und auch an den Geschäftsleuten, die wir meist persönlich kontaktierten," betont Achim Surborg. Eine heile Welt sieht trotzdem anders aus.

Frust kommt vor allem dann auf, wenn Täter gefasst, dem Richter vorgeführt und sie entlassen werden, nur um dann erneut straffällig zu werden. Ein Täter soll an 16 Tagen in Folge geklaut haben und anschließend festgenommen worden sein. Rechtlich können die Beamten dann nur ein Platzverbot für die Innenstadt aussprechen.

Achim Surborg berichtet von einer alten Frau, die im Rollstuhl beklaut wurde. Das wird er so schnell nicht vergessen. "Zum Glück sind wir noch Schutzleute vom alten Schlag, wir sehen uns auch in sozialen Aufgaben mit dem Bürger verbunden", betont Surborg. Und Andreas Wilke erzählt, das ihre Arbeit nicht nur negative Seiten hat: "Das Luisenviertel hat sich ganz toll entwickelt, das gleiche gilt für die Herzogstraße." Bald steht Weihnachten vor der Tür. Wie jedes Jahr wird sich die Diebstahlquote erhöhen. Was wünschen sich die Beamten für die besinnliche Jahreszeit? Achim Surborg überlegt. "Das wir unsere neue Wache im City Center, auf die ein Säureanschlag verübt wurde, bald beziehen können."

Nach aktuelle Planungen könnte der Umzug im Januar erfolgen. Dann wird die mobile Wache aufgelöst. Die Beamten sehen dadurch allerdings keine Beeinträchtigung ihrer Arbeit. Entlastung ist aber auch nicht in Sicht. Andreas Wilke kann nicht sagen, wie und wann er seine insgesamt 140 Überstunden abbauen kann.

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