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Karneval: Ka.Ge. Colmar in der Historischen Stadthalle, Session 2020

Ka.Ge. Colmar in der Historischen Stadthalle : Prunksitzung mit närrischer Rakete

Zum Auftakt in die närrische Session organisierte die Ka.Ge. Colmar in der Historischen Stadthalle Wuppertal eine Veranstaltung der Spitzenklasse für den guten Zweck: 7.500 Euro spendeten die Karnevalisten für krebskranke Kinder.

Im Foyer der Stadthalle sorgten sie für Aufsehen: Susanne von Schreckenschroot in Begleitung von Drakühna, dem Wuppertaler Sozialdezernenten, der seine obligatorische Amtsfliege gegen blutrünstige Zähne getauscht hatte.

Der gebürtige Kölner Dr. Stefan Kühn und seine Partnerin Susanne Schäfer wirkten mit ihrer Kostümierung wie die Exoten unter dem überwiegend festlich gekleideten Publikum, das bestens gelaunt den Höhepunkt des Wuppertaler Sitzungskarnevals feierte.

„Ich hoffe, dass wir heute nach unserer 24. Sitzung 100.000 Euro für krebskranke Kinder in Wuppertal gespendet haben“, formulierte Armin Loose, Präsident des Veranstalters Ka.Ge. Colmar, einen Wunsch, der zumindest ansatzweise erfüllt wurde, denn gute Laune und prächtige Stimmung wirkten sich positiv auf die Spendenbereitschaft aus: Mit 7.500 Euro konnte der Spendenbetrag aus dem vergangenen Jahr sogar noch getoppt werden.

Das aber war nicht das einzige Highlight dieses besonderen Abends: Erstmalig verlieh Oberbürgermeister Andreas Mucke Armin Loose im Namen der rührigen Gesellschaft den Orden des Oberbürgermeisters.

Und der Präsident der Siegburger Funken „Blau-Weiß“ setzte dem noch einen drauf: Nach der großartigen Tanz- und Showdarbietung der 50 Mariechen und Kadetten zeigte er spontan sein Herz für krebskranke Kinder. Vor versammeltem Publikum zerriss er den Vertrag, durch den seine Tänzer für ihren Auftritt entlohnt worden wären, und erklärte: „Ich habe jetzt erst mitbekommen, dass dies eine Benefizveranstaltung ist. Wir verzichten daher auf unsere Gage!“ Noch nach der Veranstaltung zeigte sich Armin Loose von dieser Geste gerührt: „Da hatte ich eine Gänsehaut.“

Aber auch das restliche Festprogramm konnte sich sehen lassen: Noch immer ist der Vorstand der Ka.Ge. Colmar darauf bedacht, karnevalistische Besonderheiten auf die närrische Bühne zu holen.

Die hatte er mit den „REZAG Husaren“ aus dem Kölner Stadtteil Porz gefunden. Die Husaren demonstrierten eine tänzerische „Emanzipation“ des Gardetanzes, in dem sonst fast ausschließlich leichtgewichtige Tänzerinnen durch die Lüfte fliegen. Hans-Joachim Schmidt, Literat und stellvertretender Vorsitzender der Ka.Ge., zeigte sich begeistert: „So was habe ich noch nie gesehen, das war großartig.“

Für echt „kölsche Tön“ sorgte die Band Albatrosse. Büttenredner „Die Erdnuss“, eigentlich ein Profi, der seit 33 Jahren auf den närrischen Bühnen steht, versuchte zwar mit „ollen Kamellen“ die Wuppertaler Stadtverwaltung auf die Schüppe zu nehmen, lobte aber immerhin die gute Stube: „Sowas Nettes wie die Stadthalle han we in Kölle nit.“

Nach dem Auftritt des Duos „Die Farellos“ verabschiedeten die Gäste den Showteil der Veranstaltung mit einer würdigen „Rakete“. Und Wuppertals Prinz Thomas II. gab zu, schon als kleiner Junge geträumt zu haben, einmal im Leben Prinz in Wuppertal zu sein