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Gasexplosion in Wuppertal: Staatsanwalt beantragt lange Haft

Lenneper Straße : Gasexplosion: Staatsanwalt beantragt lange Haft

Im Prozess um die Explosion und den Brand eines Mehrfamilienhauses in Heckinghausen hörten die Richter Freitag (8. März 2019) die Plädoyers. Staatsanwalt Dr. Hauke Pahre beantragte gegen den 54 Jahre alten Angeklagten zehn Jahre und sechs Monate Gefängnis wegen besonders schwerer Brandstiftung und Mordversuchs an 20 Nachbarn.

„Nur durch Glück, durch die geistesgegenwärtige Flucht aller Personen schon in den ersten Minuten, durch mutige und entschlossene Helfer und schnelle, intensive Rettungsmaßnahmen ist niemand zu Tode gekommen“, so Pahre.

Durch die Explosion an der Lenneper Straße erlitten am 23. Juni 2018 fünf Personen schwere Verletzungen - darunter der Angeklagte, der damals Mieter in dem Haus war. Ein Bewohner kann nicht mehr damit rechnen, gesund zu werden: Er sei auf Rollstuhl, künstliche Ernährung und Pflege angewiesen. Alle Mieter verloren ihre Habe. Das Haus stürzte ein. Der Schaden allein am Bauwerk soll 1,6 Millionen Euro übersteigen.

Laut Staatsanwalt Pahre habe der 54-Jährige durch seine Tat zwar in erster Linie sterben wollen. Er habe jedoch absichtlich in seinem Wohnzimmer ein Feuerzeug gezündet, obwohl er dort Erdgas ausströmen ließ. Er habe das Gas gerochen und das Zischen gehört. Pahre fügte hinzu, anhand aller Umstände sei widerlegt, dass der Mann sterben wollte, indem er das Gas nur einatmete: „Vielleicht wusste er nicht, dass es völlig ungiftig ist. Aber dass man davon nicht stirbt, rechne ich zum Allgemeinwissen.“

Der Verteidiger des 54-Jährigen, Anwalt Dr. Peter Wülfing, wertete die Tat als fahrlässige Brandstiftung. Eine konkrete Strafe beantragte er nicht. Das Gericht will Montag (11. März 2019) beraten und sein Urteil am selben Tag um 13 Uhr verkünden