Appell an Ampelkoalition DGB: Grundsicherung für 23.000 Wuppertaler Kinder

Wuppertal · Durch eine gut gemachte Kindergrundsicherung würde sich in Wuppertal die Lebenssituation von mehr als 23.000 Kindern und Jugendlichen verbessern. Das hat der DGB Wuppertal berechnet.

Guido Grüning (DGB).

Guido Grüning (DGB).

Foto: SPD

„Die Ampelkoalition in Berlin muss sich jetzt endlich auf eine Kindergrundsicherung verständigen und ausreichend Geld dafür bereitstellen“, fordert der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Guido Grüning. „Familien mit geringem Einkommen in NRW brauchen dringend mehr Unterstützung, damit ihre Kinder gut aufwachsen können.“

In Wuppertal lebten Ende 2022 laut DGB 17.754 Kinder und Jugendliche in Familien, die Bürgergeld erhalten. Hinzu kommen 5.507 Kinder und Jugendliche, die den Kinderzuschlag bekommen, der an geringverdienende Eltern zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt wird. Noch nicht einberechnet seien Familien, die heute aufgrund ihres geringen Einkommens einen Rechtsanspruch auf Leistungen haben, diese aber nicht beantragen.

Die Bundesregierung habein der Vergangenheit geschätzt, dass nur 35 Prozent der leistungsberechtigten Familien den Kinderzuschlag beantragten. Bei Geringverdienenden, die ergänzend Bürgergeld erhalten könnten, betrage die Dunkelziffer bis zu 50 Prozent.

„Sozialleistungen dürfen nicht nur auf dem Papier stehen, die Hilfen müssen auch bei allen Familien ankommen“, sagt Grüning. Neben einem einfachen Zugang fordert der DGB Wuppertal für die Kindergrundsicherung auch höhere Leistungen als Kinder und Jugendliche heute beim Bürgergeld erhalten. Dort seien beispielsweise im Regelsatz in Höhe von 348 Euro für ein Kind zwischen sechs und 13 Jahren nur 4,48 Euro pro Tag für Essen und Trinken vorgesehen. 8,89 Euro gibt’s monatlich für Kino, Kindertheater, Sport- und sonstige Freizeitveranstaltungen.

Nur 2,83 Euro monatlich seien für Kinder- und Jugendbücher vorgesehen. „Die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) zeigt, dass Politik es versäumt hat, insbesondere Kinder aus armen Haushalten zu unterstützen. Dabei verursacht nichts mehr Folgekosten und ist teurer, als Kinderarmut zuzulassen. Geld für eine Kindergrundsicherung auszugeben ist auch eine Zukunftsinvestition“, so Grüning.