"Der Schwebebahn-Ausfall hat Konsequenzen"

Stadtmarketing-Geschäftsführer Martin Bang : "Der Schwebebahn-Ausfall hat Konsequenzen"

Kurzfristig 250.000 Euro für das Stadtmarketing. Die Meldung kam vergangene Woche aus dem städtischen Presseamt. Was steckt hinter der Finanzspritze und wie ist es um jenes Unternehmen, das die Außenwirkung der Stadt Wuppertal zur Aufgabe hat, bestellt?

Rundschau-Redakteurin Nina Bossy sprach mit dem Geschäftsführer der Wuppertal Marketing GmbH, Martin Bang.

Rundschau: Herr Bang, der Rat musste diesen Zuschuss beschließen, er war in der Sitzung am Montag im nichtöffentlichen Teil. Wurden die 250.00 Euro genehmigt?

Bang: Ich erhielt die Nachricht, dass der Rat diesen Sonderzuschuss genehmigt hat.

Rundschau: Als aktueller Grund wird der Ausfall der Kaiserwagen-Fahrten genannt.

Bang: In den vergangenen zehn Jahren haben wir die Auslastung von 85 Prozent auf 99 Prozent gesteigert. Im Jahr 2017 haben wir fast 15.000 Kaiserwagentickets verkauft. Durch den Wegfall verlieren wir rund 180.000 Euro. Aber der Schwebebahn-Ausfall hat noch weitreichendere Konsequenzen. Reisegruppen sagen ihren Besuch ab, übrigens im Mai allein für einen Samstag und einen Sonntag 2.000 Menschen. Die Schwebebahn ist für Touristen oft der Grund, Wuppertal zu besuchen. Fährt sie nicht, bleiben sie und die daraus generierten Einnahmen weg.

Rundschau: Hat die finanzielle Situation Auswirkungen für Ihr Programm?

Bang: Der Schwebebahn-Ausfall hat Auswirkungen. Jede Stadtführung, wo die Schwebebahnfahrt ein Teil des Programms ist, wird kaum nachgefragt, der Ersatzverkehr ist in der Taktung und im Komfort keine Alternative. Unsere anderen Stadtführungen und vor allem die Stadtrundfahrten mit dem Oldtimer-Bus bieten wir natürlich weiter an.

Rundschau: Auch strukturelle Probleme werden aufgeführt. Wobei handelt es sich hier und wie sieht das Sanierungskonzept aus?

Bang: Zur Gründung 2005 wurde ein Zuschuss der Stadt festgelegt, mit dem das Stadtmarketing getragen wird. Der Betrag ist gleich geblieben, die Ausgaben sind naturgemäß gestiegen. Dem begegnen wir, indem wir Geld verdienen, durch Tickets, Veranstaltungen und Souvenirs. Das funktioniert gut und wir möchten die Einnahmen langfristig steigern. Dafür werden derzeit Maßnahmen überlegt und an Konzepten gefeilt. Übrigens, Prozesse optimieren wir ständig, es macht uns Spaß, wirtschaftlich so effizient zu sein wie möglich. 2010 haben wir 12.000 Gäste mit unseren Stadtführern in Wuppertal begleitet, heute sind es im Jahr fast 40.000. Dahinter steckt ein enormer Aufwand, den wir mit zwei Stellen weniger als früher effizient erledigen.

Rundschau: Der Lange Tisch wird dieses Jahr kürzer. Gibt es einen Zusammenhang?

Bang: Der Lange Tisch wird komprimiert, aus diversen Gründen. Aus finanziellen, aber auch aus Sicherheitsaspekten sowie aus Gründen, die schlichtweg in gesellschaftlichen Veränderungen liegen. Immer weniger Menschen haben Lust, mit ihrem Privat-Mobiliar fester Bestandteil zu sein, immer mehr wollen das Fest selbst entdecken und sich frei bewegen. Aus dieser Vielzahl von Gründen wird das Fest verdichtet und wir haben ein qualitativ hochwertiges Programm zwischen Haspel und Opernhaus.

Rundschau: Am neuen Döppersberg soll ein Infopavillon entstehen. Sind die Pläne sicher? Und wer zahlt die Miete?

Bang: Der Infopavillon soll im Frühjahr 2020 fertig gestellt sein und das neue Tor der Stadt wie ein Anker mit dem Bestehenden verbinden. Wuppertal Marketing wird dort die Wuppertalbesucher begrüßen und beraten, um sie in das Stadtgebiet zu verteilen. Die Pläne sind fest und auch die Mietfrage ist geklärt, sie wird zum Teil von der Stadt und zum Teil von uns selbst getragen.

Martin Bang ist Geschäftsführer der Wuppertaler Stadtmarketing GmbH.Foto: Max Höllwarth

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