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Der Mauer-Fall von Wuppertal

Probleme am Döppersberg : Der Mauer-Fall von Wuppertal

Erst wurde über ihre Optik diskutiert, jetzt sind die Mauern am neuen Döppersberg ein Sanierungsfall. Für Wuppertals „Leuchtturmprojekt“ sieht es damit noch finsterer aus bisher schon.

Vom Glück verfolgt ist die Stadt Wuppertal in Sachen Döppersberg nun wirklich nicht: Schon die beim Bau nötig gewordene B7-Sperrung war ein unverhoffter Schock. Die auf Druck des Investors veränderte Positionierung des Primark-Baus, der zu allem Überfluss mit massiver Verspätung eröffnete, ist bis heute vielen Wuppertalern ein Dorn im Auge. Auf der Geschäftsbrücke herrscht weiter Leerstand, der Wupperpark-Ost samt städtischem Info-Pavillon hinkt dem eigentlichen Zeitplan zwei Jahre hinterher – und statt in ein quirliges Outlet-Center laufen Passanten an der Bundesbahndirektion weiter vor einen Bauzaun. Und auch hinter der von der Stadt aufwändig aufgehübschten Bahnhofsfassade hat sich bisher nichts getan.

Insgesamt ist das alles andere als eine Projekt-Erfolgsbilanz, die jetzt durch eine Art Döppersberg-GAU negativ gekrönt wird: Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten setzt auf 103 Seiten auseinander, dass die bis zu sieben Meter hohen Natursteinmauern, die das Erscheinungsbild des Areals prägen, mangelhaft sind und gesichert werden müssen. „Langfristig gesehen wird diese Fassade immer schadensträchtig bleiben, sie bedarf einer ganz besonderen, permanenten Überwachung“, zitiert die Stadt selbst aus dem Gutachten. Im schlimmsten Fall könne es zu Abplatzungen kommen.

 „Ich bin schon ziemlich sauer über diese Entwicklung! Wenn im Nachhinein solche Mängel bescheinigt und bestätigt werden, ist das mit viel Ärger für die Wuppertalerinnen und Wuppertaler, aber auch für die Projektleitung und die Stadt Wuppertal verbunden. Hier muss für alle Beteiligten eine schnelle, aber vor allem gute Lösung gefunden werden“, so Wuppertals Bau- und Planungsdezernent Frank Meyer. Das könnte allerdings schwierig werden. Die Stadt hat den Mangel zwar umgehend und noch innerhalb der Gewährleistungsfrist angemeldet und fordert. dass die bauausführende Firma kurzfristig ein Konzept für Sicherung und Sanierung vorlegen und deren Kosten tragen soll. Die Arbeitsgemeinschaft der am Döppersberg tätigen Firmen hatte allerdings schon vor geraumer Zeit auf erste Zweifel an der Qualität der Mauern mit einer eigenen Expertise und einem Prüfzeugnis des TÜV reagiert, die die Eignung des ausgesuchten Steines und dessen sachgerechten Einbau in die Fassade bejahten. Das riecht förmlich nach Gutachterstreit und langwierigen rechtlichen Auseinandersetzungen. Schlimmstenfalls droht dauerhaft der Anblick von Gerüsten oder Netzen – selbst ein Abriss scheint nicht gänzlich ausgeschlossen.

Der „Mauer-Fall“ dürfte in der nächsten Sitzung der Baubegleitkommission Döppersberg, die für den 2. Juni geplant ist. für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Die FDP läutet dabei bereits die Suche nach den Verantwortlichen ein: „Noch vor zwei Jahren hat die Verwaltung auf eine Große Anfrage der FDP in Sachen Beschaffenheit und Verarbeitung der Mauer am Döppersberg deren Mangelfreiheit attestiert. Ich bin sehr gespannt, wer diesmal in der Verwaltung keine Verantwortung dafür übernehmen wird“, so der Fraktionsvorsitzende Alexander Schmidt ...