Brisante Vorlage: Wuppertal will Siedlungsbereiche verankern

Brisante Vorlage : Neue Wohnbaugebiete – auch an der Kleinen Höhe?

In diesem Beschlussvorschlag steckt reichlich Zündstoff: Um den aktuell prognostizierten Wohnbauflächenbedarf bis zum Jahr 2040 decken zu können, will die Stadt bei der anstehenden Änderung des Regionalplans neue große Flächen entsprechend ausweisen.

Die wichtigsten Areale liegen an der Tesche, Oberdüsseler Weg/Nevigeser Straße, Asbruch, Horather Straße/Winterberger Weg, in Beyenburg, am Olga-Heubeck-Weg und am Wibbelrather Weg/Bolthausen. Für diese Bereiche sollen Testentwürfe erarbeitet werden.

Hintergrund: Nach der Kalkulation der Regionalplanungsbehörde braucht Wuppertal bis 2040 mehr als 15.000 neue Wohneinheiten, rechnerisch werden dafür rund 125 Hektar Fläche benötigt. Die neuen Ausweisungen im Regionalplan sollen dazu dienen, Entwicklungsoptionen für Flächen in dieser Größenordnung zu sichern. Insgesamt decken sie mit 150 Hektar sogar einen noch weiteren Bereich ab.

Basis für die Flächenauswahl war eine gesamtstädtische Untersuchung zur Identifizierung neuer Wohnbauflächen in Wuppertal, die Ende 2018 in Auftrag gegeben wurde. Sie führte zu einem Pool mit 63 Flächen, aus dem diejenigen mit der besten Eignung für eine wohnliche Nutzung jetzt in den Regionalplan einfließen sollen.

Besonders im Fokus steht dabei der Bereich Katernberg, in dem rund 67 Hektar Fläche für mehr als 3.000 Wohneinheiten identifiziert wurden. Besonders ins Auge fallen dabei die 13,3 Hektar große Fläche an der Ecke Oberdüsseler Weg und Nevigeser Straße und die mit 27 Hektar größte Einzelfläche stadtweit, die am Asbruch an der Stadtgrenze zu Neviges in Nachbarschaft der geplanten Forensik auf der Kleinen Höhe ausgemacht wurde. Hier könnten rechnerisch mehr als 1.200 Wohneinheiten entstehen.

Im Zuge der heftigen Debatten um den Neubau des Maßregelvollzugs stand allerdings die Zusage im Raum, dass weitere Bebauungen in diesem Bereich ausgeschlossen sein sollten.

Die erste Reaktion aus der Politik kam prompt: Die Linken sehen im Flächen-Vorschlag einen „Dammbruch“. „Die Idee, an der Kleinen Höhe eine Forensik zu bauen, war offenbar schon immer der Einstieg in die Beseitigung des wichtigen Naturraums. Die Regionalplanung weist mit Zustimmung von CDU und SPD ein großes Gebiet Ackerlandes als allgemeine Siedlungsfläche aus. Das lehnt die Linke ab“, so die Stellungnahme der Ratsfraktion.

Eine erste Nagelprobe im Hinblick darauf, ob die Politik den Weg der Verwaltung mitgeht, steht am kommenden Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss auf der Agenda. Er tagt in öffentlicher Sitzung um 16 Uhr im Ratssaal des Barmer Rathauses.

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