1. Lokales

Aktionstag auch in Wuppertal: Mit Mut gegen Gewalt an Frauen

Aktionstag am 25. November : Mit Mut gegen Gewalt an Frauen

Der 25. November wird seit 1981 jedes Jahr dazu genutzt, um über das unverändert hohe Ausmaß an Gewalt gegen Frauen zu informieren. Auch Wuppertal beteiligt sich an der Aktion „Orange Your City“ (ins Leben gerufen von „UN Women“), bei dem weltweit Gebäude orange beleuchtet werden, um in der Öffentlichkeit ein Zeichen zu setzen.

In Wuppertal werden das Rathaus Barmen, das Verwaltungsgebäude Elberfeld und die Oper ab dem Nachmittag entsprechend illuminiert. Unterstützt wird das Projekt von der Wuppertaler Veranstaltungstechnikfirma „Lleyendecker eventsolutions“.

Der „Runde Tisch gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt Wuppertal“ verteilt Postkarten mit dem Motto „Mit Mut gegen Gewalt an Frauen“, auf denen alle Beratungsstellen mit Kontaktdaten in Wuppertal aufgelistet sind. Die Postkarten sind an den öffentlichen Stellen, etwa im Rathaus und den Verwaltungshäusern in Wuppertal zu finden. Sie sind auch bei der Aktion der drei Wuppertaler Soroptimistinnen-Clubs von 13 bis 16 Uhr am Stand am Kasinokreisel erhältlich.

Gesine Ahlzweig (Fachreferentin der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung der Stadt Wuppertal): „Aktuelle Zahlen für Wuppertal zeigen, dass es leider auch bei uns immer wieder zu Gewalt gegen Frauen kommt: Allein 2022 wurden in unserer Stadt 898 Fälle von häuslicher Gewalt bei der Polizei angezeigt. Das Frauenhaus bleibt ein wichtiger und leider noch immer notwendiger Schutzraum für Frauen, die vor häuslicher Gewalt fliehen müssen. Deshalb freue ich mich, dass es uns gelungen ist, dieses wichtige Thema zusammen mit vielen Beteiligten aus Wuppertal am 25. November ganz besonders in den Mittelpunkt zu stellen!“

  • Das „DeutschlandTicket“ wird erweitert.
    Start im Sommersemester : „DeutschlandTicket“ auch für Studentinnen und Studenten
  • Bild von einem ver.di-Warnstreik im Jahr
    Wuppertaler Stadtwerke (WSW) : ÖPNV-Warnstreik am Donnerstag und Freitag
  • Das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium auf dem Wuppertaler Johannisberg.
    Nach der Messerattacke : WDG: Tatverdächtiger lehnt Begutachtung ab

Im Jahr 2022 wurden in Wuppertal 898 Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt erstattet, es gab 814 Wohnungsverweisungen. Im Frauenhaus fanden 2022 87 Personen Schutz und Unterkunft; die durchschnittliche Auslastung der Frauenhausplätze betrug 88,32 Prozent.

In der angeschlossenen Beratungsstelle wurden 330 Beratungen für Frauen durchgeführt. In 97 Fällen von häuslicher Gewalt fand eine proaktive Intervention durch die Beratungsstelle statt. Davon wurden 58 Frauen von der Polizei an die Beratungsstelle vermittelt, sechs Frauen meldeten sich selbst nach einer Wohnungsverweisung. 33 Frauen wurden von der Polizei nach polizeilichen Einsätzen oder nach einer Anzeigenerstattung weitervermittelt.

Bei der Frauenberatung wurden 219 von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen beraten, darunter in 50 Fällen wegen Vergewaltigung und in 75 Fällen aufgrund von Missbrauch (aktuell und zurückliegend). Weitere Beratungen erfolgten unter andere, wegen sexueller Belästigung und Nötigung aber auch Bedrohungen und K.O.-Tropfen.

Die Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt der Frauenberatungsstelle wurde in diesem Jahr vermehrt für Präventionsangebote und Fortbildungen an Schulen und anderen Institutionen angefragt. Die starke Zunahme von unterschiedlichen Formen analoger und digitaler Gewalt – darunter auch sexualisierter Gewalt – ist besonders im Leben der Schülerinnen und Schülern und damit im Alltag der Schulen deutlich zu spüren.

Der Fokus der Frauenberatungsstelle lag in der diesjährigen Öffentlichkeitsarbeit: Es wurden sechs Infovideos (veröffentlich auf der Website, dem Instagram- und YouTube-Kanal der Frauenberatung+Selbsthilfe Wuppertal) zum Hilfesystem für von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen in Wuppertal erstellt, in denen sich die jeweiligen Beratungsstellen in Wuppertal vorstellen.

Die Videos richten sich an Betroffene und an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren beantworten die Fragen: Was kann ich tun, wenn ich sexualisierte Gewalt erlebt habe? Wer kann mir helfen? Wie kann diese Unterstützung genau aussehen? Und was muss ich dafür tun?

Weitere Aktionen

● Der Soroptimist-Club Wuppertal führt eine Aktion mit jeweils drei Schulen in Wuppertal und Haan durch, in denen Handzeichen, mit denen häusliche Gewalt von Betroffenen angezeigt werden können, einstudiert und gefilmt werden. Weitere Informationen: hier klicken!

● Die Bergische VHS führt im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am Standort Wuppertal am 27. November ein Stück zu Helene Stöcker im Rahmen der Politischen Runde auf. Informationen: hier klicken!

● Das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen ruft außerdem zu einer Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“ auf. Mehr dazu: hier klicken!

● Der Zonta Club Wuppertal unterstützt ebenfalls die Aktion „Orange your city“ und hat außerdem einen Flyer veröffentlicht, in dem über eine Unterschriftenaktion zur Einrichtung einer bundesweiten Koordinierungsstelle zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen informiert wird. Mehr dazu: hier klicken!´