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Die Geschichte der bunten Wand am Briller Kreuz: Zwei Mann und 500 Quadratmeter

Die Geschichte der bunten Wand am Briller Kreuz : Zwei Mann und 500 Quadratmeter

Betr.: „Bunte Wiederauferstehung?“, Rundschau vom 2. Oktober 2021

Die Wiederauferstehung der Stützmauer als Zeichen der Entstehung der Erde, wie auch als Zeichen, jungen Menschen ein Handwerk beizubringen, finde ich sehr gut.

Mit meinem leider verstorbenen Vater Helmut Stenzler hatten wir in meiner damaligen Ausbildung als Malergeselle den Auftrag von der Stadt Wuppertal (Tiefbauamt) 1978 bekommen. Den Entwurf hatte ein Schüler, Herr Martin Dietz, auf einem Malblock gezeichnet und bekam einen Preis dafür. Ich glaube mich zu erinnern, dass die verstorbene Künstlerin Ulle Hees diese Klassenarbeit der Schule begleitet hatte.

Nach diesem Entwurf hatte mein Vater, Helmut Stenzler, den Planungsauftrag gewonnen, um das Schülerbild auf die Wand zu produzieren. Da mein Vater auch eine Ausbildung zur Dekorationsmalerei erlernt hatte, machten wir uns an das Werk und schnitten Schablonen aus Holzplatten für die einzelnen Figuren, Häuser und Steine. Es ist eine schwierige Sache gewesen auf dem Gerüst den ganzen Tag zu stehen, weil damals die Fassadengerüste noch aus Holz gewesen sind und es durch die abgestützte Mauer schräg aufgebaut wurde.

  • Einst war sie ein echter Blickfang:
    Elberfeld : Wand am Briller Kreuz: Bunte Wiederauferstehung?
  • Einst war sie ein echter Blickfang:
    Große Wand am Briller Kreuz : Bunte Wiederauferstehung?
  • Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind.
    Sommergespräche des OB : Schneidewind: „Handwerk wichtiger Eckpfeiler“

Durch das versetzte Aufstellen dieser schrägen Gerüstständer mussten wir immer durch das Holzgerüst klettern, was ein wenig Muskelkater verursachte. Aber wir haben es damals mit viel Begeisterung unserer Bürger (lautes Hupen an der Kreuzung) geschäft, die Mauer von etwa 500 Quadratmetern zu zweit fertigzustellen.

Als ich die Meisterprüfung 1984 bestanden hatte, übernahm ich den elterlichen Betrieb als selbständiger Malermeister. Mein Vater hat sich dann an die Berufsschule am Haspel beworben und übernahm den Unterricht als Lehrer für das Malerhandwerk. Hier konnten die Schüler ihren Schulabschluss nachholen und dadurch eine Lehre als Maler und Lackierer beginnen.

Da aber viele Sachen nur im Unterricht an Schautafeln oder Wänden gezeigt werden konnten, kam meinem Vater eine Idee. Die Mauer war mit den Jahren farblich verblichen und er organisierte ein Projekt mit seiner damaligen Schulklasse für eine praktische Arbeit an einer echten Fassade. Schnell wurden hierfür Sponsoren gefunden, die diese Arbeit mit einem sozialen Charakter der Eingliederung junger Menschen gerne unterstützten.

Der damalige Malermeister Friedrich Paul, welcher auch Dekorationsmalerei erlernt hatte, half hier ehrenamtlich und beratend mit. Zu diesem Projekt habe ich auch noch einen alten Viedeofilm, der damals 1996 von der gewerblichen Schule am Haspel gedreht wurde. Hier sind auch noch einmal alle Beteiligten aufgeführt.

Ich würde mich freuen, wenn Sponsoren gefunden werden, die unsere Maler-Innung der Stadt Wuppertal mit Materialien unterstützen. Denn der Grundgedanke sollte erhalten bleiben: Jungen Menschen ein Handwerk zu erlernen, wo man sich immer gerne daran zurückerinnert, wenn man am Briller Kreuz vorbeikommt.

Detlef Stenzler