Nicht erfreulich

Nicht erfreulich

Betr.: Besuch im Von der Heydt-Museum

Wir waren am 13. Januar in der Pissarro-Ausstellung im Von der Heydt-Museum, nachdem wir einen Bericht in der Süddeutschen Zeitung gelesen haben. Leider war dieser Kulturausflug alles andere als erfreulich.

Zunächst war die Hinfahrt mit dem Auto zum Museum äußerst ärgerlich. Es gab keine Ausschilderung und wegen der Großbaustelle fuhren wir mehrfach im Kreis, bis wir hinter zwei Fahrzeugen versehentlich in eine nur für Busse und Taxen erlaubte Straße fuhren. Hier wartete schon die Polizei, da laut Aussage der Beamten Einheimische diese Straße häufig als Abkürzung benutzten. Die Beamten ließen aber auch für uns Ortsunkundige nicht Gnade vor Recht ergehen. Sie kassierten 25 Euro, bevor sie sich herabließen, uns den Weg zu einem geeigneten Parkhaus zu erklären.

Der Ärger setzte sich im Museum fort: Bei der Kontrolle unseres e-Tickets wurde meine Frau vom Personal angewiesen, ihre Handtasche wegen ihrer Größe in einem Schließfach zu deponieren. Als wir das Personal aufmerksam machten, dass soeben eine Frau mit einer vergleichbar großen Tasche die Kontrolle ohne Beanstandung passiert hat, ergriff der Kontrolleur die Handtasche meiner Frau, hielt die andere Frau auf, verglich beide Taschen und schickte dann auch die andere Frau zurück zum Schließfach. Ein mehr als peinlicher Auftritt.

Nachdem ich dann in der Pissarro-Ausstellung aufgefordert wurde, mein Sakko, das ich wegen der Wärme über den Arm gelegt hatte, wieder anzuziehen, hatten wir nicht mehr viel Lust auf Pissarro.

Nach nach einer überraschenden erneuten Ticket-Kontrolle (!) wechselten wir in die ständige Sammlung. Als ich dort mit meinem Tablet-PC ein Foto eines Munch-Bildes machen wollte, wurde ich daran gehindert mit Hinweis auf eine für zehn Euro zu erwerbende Fotoerlaubnis.

In den meisten von uns besuchten Museen kann man ohne Weiteres kostenlos fotografieren — zum Beispiel in den Pinakotheken in München. Unter Umständen muss man ein Formular unterschreiben (zum Beispiel im "K21" in Düsseldorf), dass man die Bilder nicht gewerblich nutzt.

Bitte verstehen Sie dies nicht als Anklage, sondern als konstruktive Kritik. Vielleicht überdenken Sie ja Ihre Taschen- und Foto-Richtlinien und passen diese an vergleichbare Museen an.

Und eine bessere Beschilderung und eine fremdenfreundlichere Polizei würden der Stadt Wuppertal auch gut tun.

Hermann und Sigrid Will,

Jamnitzerstraße 2, München

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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