Leserbrief „Fortschreitende Reduzierung des Buslinienangebotes“

Betr.: „WSW verlängert mit Hilkenbach und Schlomski“

Symbolbild.

Symbolbild.

Foto: Stefan Tesche-Hasenbach

Die in dem Artikel vom 24. März 2023 wiedergegebene Begründung des WSW-Aufsichtsratsvorsitzenden Bell zur Bestätigung des WSW-Vorstandsvorsitzenden Hilkenbach und des Arbeitsdirektors Schlomski („Mit ihrer konsequenten Ausrichtung an den Bedürfnissen der Kunden sowie einer klaren Fokussierung auf die Zukunftsbereiche Nachhaltigkeit inklusive der Dekarbonisierung, Digitalisierung und Mobilität haben die Wuppertaler Stadtwerke unter Führung von Markus Hilkenbach die entscheidenden Weichen für die Zukunft gestellt und ihre strategische Neuausrichtung zielgerichtet vorangetrieben“) habe ich mit einiger Verwunderung zur Kenntnis genommen. Zumindest für den Bereich der Mobilität frage ich mich, wo die Verdienste bei der Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse liegen sollen. Als langjähriger Nutzer des ÖPNV und Inhaber eines „Ticket 2000“ habe ich hierzu eine etwas andere Wahrnehmung.

Diese ist geprägt von einer fortschreitenden Reduzierung des Buslinienangebotes in Verbindung mit einer erheblichen Unzuverlässigkeit bei einzelnen Fahrten. Als Dönberger sehe ich dabei konkret die Entwicklung im Bereich der Linien CE 65 und 625. Inzwischen fährt der Schnellbus werktags nur noch sporadisch in den frühen Morgenstunden und am Samstag. Die Anschlussmöglichkeiten ab Raukamp-Schleife haben sich parallel auch weiter verschlechtert, und dies bei keineswegs reduzierten Tarifen. Die Probleme bei der Schwebebahn sind hinreichend bekannt.

Von einer dringend nötigen Attraktivierung des ÖPNV, die ja bekanntlich auch mit der bundesweiten Einführung des 49-Euro-Tickets verfolgt werden soll, kann mithin keine Rede sein.

Das Angebot „Hol mich App“ ist sicherlich eine Neuerung, auch der Einsatz von Wasserstoffbussen ist zu begrüßen. Dies kann jedoch nur eine Ergänzung sein, die die vorhandenen Defizite im Kerngeschäft in keinster Weise kompensieren kann.

Letztlich frage ich mich, wie die umweltpolitischen Ziele zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und einer möglichst „autoarmen“ Innenstadt durch eine derartige Entwicklung erreicht werden sollen.

Thomas Hornung

● Leserbrief an die Wuppertaler Rundschau: redaktion@wuppertaler-rundschau.de
● Zu den Rundschau-Leserbriefen: hier klicken!