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200. Geburtstag von Hermann Heinrich Becker: Er war „Der rote Becker“

200. Geburtstag von Hermann Heinrich Becker : Er war „Der rote Becker“

Betr.: 200. Geburtstag von Hermann Heinrich Becker

Am 15. September 2020 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag von Dr. jur. Hermann Heinrich Becker, seiner Haare und seiner Gesinnung wegen auch „Der rote Becker“ genannt. Er wurde in Elberfeld geboren, wo sein Vater Arzt war. Nach vielen Lebenswirrnissen war er seit 1871 Oberbürgermeister in Dortmund. Vermutlich gehört er wohl zu den Bedeutendsten in diesem hohen Amt.

Nicht nur hat er für die Verbesserung der städtischen Infrastruktur (Wasserwerk, Straßenbau, Gasversorgung und Gasbeleuchtung) gesorgt, sondern er hat auch den Historischen Geschichtsverein, dessen erster Vorsitzender er war, begründet – und dass es in Dortmund eine Volksbank gibt, geht auch auf eine Initiative Beckers zurück.

Als Mitglied der Fortschrittspartei war er Abgeordneter seiner Stadt im Norddeutschen Band sowie Mitglied im Herrenhaus. Mit Friedrich Engels, dem Wuppertal zurzeit eine Ausstellung widmet, stand er über Karl Marx in Verbindung.

„Leider“ hat ihn dann Köln „abgeworben“. Er, der Protestant, war wohl von den Preußen im Rahmen des Kulturkampfes auf Betreiben Bismarcks nach Köln „versetzt“ worden. Die Vorrangstellung der katholischen Kirche sollte gebrochen werden.

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Die Dortmunder ehrten ihren scheidenden Oberbürgermeister mit einem großen Bankett, ehrenden Reden sowie mit einem großen Fackelzug.

Diesem Manne, Sohn Ihrer Stadt, später Mitglied im Preußischen Staatsrat, eine Ehrung gelegentlich seines runden Geburtstages zuteil werden zu lassen, würde einmal mehr zeigen, dass Wuppertal eine Metropole im Rheinland ist, die sich ihrer Vergangenheit dankbar erinnert.

Eberhard Ackermann, Köln