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"Hiob"-Inszenierung im Theater am Engelsgarten: "Welche Werte gelten in Zeiten der Krise?"

"Hiob"-Inszenierung im Theater am Engelsgarten : "Welche Werte gelten in Zeiten der Krise?"

Diese Frage stellt Regisseur Patrick Schlösser in seiner "Hiob"-Inszenierung, die am Samstag (21. November 2015) um 19.30 Uhr im Theater am Engelsgarten Premiere hat.

Schauspielintendantin Susanne Abbrederis und Regisseur Patrick Schlösser sind sich einig, in seinem Roman "Hiob" behandelt Joseph Roth die großen Themen unserer Zeit: Assimilation, Familie, Flucht, Glaube und Heimat.

Roth, der seinen Text als Paraphrase auf die Bibel angelegt hat, lässt seinen Protagonisten Mendel Singer mit Gott und seinem Glauben hadern. Den jüdischen Thora-Lehrer trifft ein Schicksalsschlag nach dem anderen, sein jüngster Sohn ist krank, der Krieg bricht aus, sein ältester Sohn wandert nach Amerika aus, holt die Familie nach. Dort leidet Singer unter Heimweh, seine Gattin wird verrückt, die Tochter ist süchtig nach Sex. In dieser Situation schickt Gott ein Wunder. Sein jüngster Sohn, den er krank in der Ukraine zurück lassen musste, ist ein weltberühmter Musiker geworden.

"Ich bin als gläubiger Mensch an dieses Thema herangegangen. Gelten Werte und der Glaube noch in Zeiten der Krise? Ich finde ja, man sollte seinen Weg weiter gehen. Mendel Singer schafft es, er versöhnt sich mit Gott", so Schlösser, der das Stück auch mit der aktuellen Situation der Flüchtlinge in Verbindung bringt, die hier nach neuen Perspektiven suchen.

Als Regisseur möchte Patrick Schlösser den Kammerspielcharakter des Stücks erhalten, erarbeitet die einzelnen Figuren mit den Schauspielern gemeinsam. "Es ist ein gegenseitiges Inspirieren. Toll, wenn ein Schauspieler aus der Beziehung zu seiner Figur Emotionen entwickelt".

Während der Aufführungsserie bietet das Theater eine Gesprächsreihe an. Zum Auftakt spricht Jan-Henry Warnink, Pastor der Niederländisch-reformierten Gemeinde, am Dienstag (24. November) um 19 Uhr im Kleinen Foyer des Opernhauses zum Thema "Nicht jammern, sondern klagen".