1. Kultur

Tanztheater Wuppertal Pina Bausch: Ensemble in Kürze wieder zu sehen

Tanztheater Wuppertal Pina Bausch : Das Ensemble ist ab September wieder zu sehen

Nach einer langen und schwierigen Durststrecke startet das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch in die Spielzeit 2020/21. Vom 3. bis 6. September präsentiert das Ensemble das Stück „Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen“ im Wuppertaler Opernhaus.

Der Vorverkauf (mit stark reduziertem Kartenkontingent aufgrund der Abstandsregelungen) beginnt am Montag (10. August 2020) um 10 Uhr unter Telefon 0202 / 563-7666 beziehungsweise www.pina-bausch.de. „Die aufgrund der ausfallenden Aufführungen in Wuppertal, Paris, Los Angeles, Berkeley, Chicago und Ludwigsburg freigewordenen Zeitfenster hat das Ensemble genutzt, um den künstlerischen Austausch über Prozesse im Umgang mit einem so wertvollen Erbe wie dem Pina Bauschs auch in Kooperation mit der Pina Bausch Foundation zu vertiefen und künstlerische Formate für aktuelle Szenarien zu entwickeln“, so das Tanztheater.

Das Ensemble hatte das Stück „Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen“, das 1978 im Schauspielhaus Bochum uraufgeführt und 29 Jahre nicht mehr gespielt worden war, 2019 neu einstudiert. Es entstand ursprünglich in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Bochum und steht für einen neuen methodischen Ansatz in Bauschs frühen Arbeiten. Theaterregisseur Peter Zadek hatte sie damals eingeladen, ihre Version von Shakespeares „Macbeth“ zu entwickeln. So ist auch der enigmatische Titel einer Regieanweisung aus William Shakespeares Macbeth entnommen. Auf der Suche nach einer eigenen Bild- und Bewegungssprache begann Pina Bausch ihren Darstellern assoziative Fragen zu stellen, eine Arbeitsweise, die für alle weiteren Stücke des Tanztheater Wuppertal prägend sein sollte.

Die Neueinstudierung mit der jüngeren Tänzergeneration wurde geleitet von Josephine Ann Endicott und Hans Dieter Knebel, beide aus der Besetzung der Uraufführung 1978, assistiert von Bénédicte Billiet. Für die Schauspielrollen konnte Intendantin Bettina Wagner-Bergelt zwei ausdrucksstarke Theater- und Film-Schauspielerinnen und -schauspieler gewinnen: Johanna Wokalek, die 2019 auch in dem Brecht-Weill-Abend von Pina Bausch „Die sieben Todsünden“ zu sehen war, übernimmt wieder die Rolle von Mechthild Großmann. Sie arbeitete mit internationalen Theaterregisseurinnen und -regisseuren wie Luc Bondy, Andrea Breth, Peter Zadek zusammen und spielt in vielen Kinofilmen mit. Eine ihrer letzten großen Rollen war die der Titelfigur in Sönke Wortmanns Historiendrama „Die Päpstin“. Die Rolle von Vitus Zeplichal übernimmt Maik Solbach. Er hatte zahlreiche Engagements an den großen Bühnen Deutschlands und arbeitete unter anderem mit William Forsythe, Katie Mitchell und Karin Beier zusammen. Neben seinen Bühnenauftritten ist er regelmäßig in Fernsehproduktionen zu sehen. Es tanzen Jonathan Fredrickson, Tsai Wei-Tien, Stephanie Troyak, Julie Shanahan, Oleg Stepanov, Julian Stierle, Michael Strecker.

Das Tanztheater Wuppertal plant eine abwechslungsreiche und spannende Spielzeit, mit gegebenenfalls auch neuen, an die Sicherheits- und Hygieneempfehlungen angepassten Formaten. „Aufgrund der immer noch brisanten Corona-Situation, die auch die internationalen Gastspielpartner des Ensembles betrifft, wird das Tanztheater Aufführungen, Workshops und Projekte nicht wie bisher am Anfang der Saison gebündelt ankündigen, sondern jeweils zeitnah informieren, sobald absehbar ist, dass Proben und Aufführungen unter Berücksichtigung der Hygiene- und Sicherheitsempfehlungen tatsächlich möglich sind. Die Gesundheit der Zuschauerinnen und Zuschauer und des Ensembles hat oberste Priorität“, heißt es.

Maik Solbach und Stephanie Troyak. Foto: Uwe Stratmann