Im Porträt: Koloratursopranistin Nina Koufochristou: "Kinder sind ein tolles Publikum"

Im Porträt: Koloratursopranistin Nina Koufochristou : "Kinder sind ein tolles Publikum"

Den "Concurso Internacional Montserrat Caballe" hat sie bereits gewonnen, ebenso den "Grand Prix Maria Callas" und den "Concours de Chant Lyrique de Marmande" — jetzt stellt sich die junge griechische Koloratursopranistin Nina Koufochristou dem Wuppertaler Publikum vor.

Im Jahr 2009 verschlug es die Griechin Nina Koufochristou nach Wuppertal. Hier, an der Dependance der Kölner Hochschule für Musik, absolvierte sie ihr Masterstudium in Musikwissenschaften und Gesang.
Den Reiz des Bergischen Landes erkannte sie sofort: "Ich mag die Stadt, wollte lieber hier als in Aachen mein Studium beenden. Auch später, als meine Professorin nach Köln ging, hielt ich Wuppertal die Treue. Die Stadt ist ruhig, hat so viel Natur, und sie bietet viel Inspiration für einen Musiker", erzählt die Sängerin zwischen zwei Proben zur Kinderoper "Der Nachtschreck".

Musik ist die Leidenschaft von Nina Koufochristou. Zuerst war es der Jazz, mit Bands tingelte sie durch die kleinen Bistros ihrer griechischen Heimat. Der Besuch einer Operngala veränderte alles. "Ich hörte die Rachearie der Königin der Nacht aus der ,Zauberflöte' und war fasziniert, das wollte ich lernen. Zehn Jahre später durfte ich dann diese Arie selber singen. Für mich hatte sich ein Traum erfüllt, Mozart ist nach wie vor mein Lieblingskomponist. Meine Eltern haben mich immer unterstützt, obwohl ich die einzige Künstlerin in der Familie bin."

Dass sie sich dem Wuppertaler Opernpublikum mit einer Kinderoper vorstellt, ist für sie ein ganz besonderer Anreiz: "Ich habe schon Erfahrung in ,Hänsel und Gretel' sowie in einer Kinderversion von der ,Zauberflöte' sammeln können. Kinder sind ein tolles Publikum, sehr direkt in ihren Reaktionen. Toll, dass Corinna Jarosch, die auch die Inszenierung macht, aus ,Hoffmanns Erzählungen' eine wirklich neue Geschichte für Kinder gemacht hat. Spannend, welche Lösung sie am Ende präsentiert, jeder kann sich in den Charakteren des Stücks finden. Außerdem lässt uns die Regisseurin viel Raum für eigene Kreativität. Für mich ist es Luxus, hier zu arbeiten und quasi gleich um die Ecke zu wohnen. Auch die Atmosphäre am Haus ist toll. Seit ich in Wuppertal wohne, wollte ich hier singen. Viele Stücke habe ich in der Oper angesehen, natürlich auch vom Tanztheater, dazu habe ich sogar meine Freunde aus Griechenland eingeladen."
Nach "Der Nachtschreck" ist Nina Koufochristou beim Kölner Fest für alte Musik zu hören, im Mai in einer griechischen Oper in Athen. "Aber im April stehe ich zusammen mit dem Cronenberger Männerchor als Solistin auf der Bühne der Stadthalle, Wuppertal bleibt meine Basis." Und einen noch unerfüllten Traum hat sie: die Rolle der Zerbinetta in der Strauss-Oper "Ariadne auf Naxos".

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