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Liveticker: Wuppertaler Stadtspitze zu Corona-Maßnahmen

Sonntag im Rathaus : Liveticker: Stadtspitze zu Corona-Maßnahmen

Die Stadtspitze hat am Sonntag (15. März 2020) auf einer Pressekonferenz die verschärften Maßnahmen zur Corona-Pandemie erläutert. In Wuppertal sind momentan 16 Personen erkrankt, es gibt 147 Verdachtsfälle. Der Liveticker zum Nachlesen.

Schlusswort von OB Mucke: „Wir tragen alle Verantwortung und müssen alle dazu beitragen, die Infektionen gering zu halten!“

Kliniken: In Wuppertal stehen 75 Plätze für Schwerstbehandlungsfälle zur Verfügung. Es besteht die Möglichkeit, die Zahl zu erhöhen. Momentan muss aber noch keiner in Anspruch genommen werden, so die Verwaltung.

Betroffene: Von den aktuell 16 infizierten Personen ist übrigens keiner in einem Krankenhaus. Allen gehe es den Umständen entsprechend gut, heißt es. Sie haben demnach nur mittlere oder geringe Symptome. Die Betroffenen werden täglich von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes angerufen.

Stadtspitze: Der Verwaltungsvorstand kommt nur in Ausnahmefällen zusammen, wie jetzt zur Pressekonferenz. Besprechungen werden verschoben oder zur Videokonferenz gemacht, damit die Stadt handlungsfähig bleibt.

Fitnessstudios: Sie bleiben bislang noch geöffnet, da es keine entsprechende Weisung des Landes gibt, heißt es.

Website: www.wuppertal.de bietet Informationen auch für Gehörlose und in verschiedenen Sprachen.

Veranstaltungen: Wer eine Veranstaltung ab Dienstag um 0 Uhr durchführt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld rechnen.

Wichtige Nummer: Bei spezifischen Fragen zum Wuppertaler Corona-Themen bitte die 563-2000 anrufen und nicht den Notruf! Alles Allgemeine mit landes- oder bundesweitem Bezug möge bitte über die entsprechenden Hotlines abgewickelt werden. Kühn bittet noch einmal eindringlich, nicht beim Gesundheitsamt anzurufen. Die Leitungen müssten frei bleiben, damit Hausärzte Verdachtsfälle melden können.

Schulen: Geschlossen sind auch private und Ersatzschulen. Montag und Dienstag können Eltern ihre Kinder noch in die Schule schicken. Es findet aber kein Unterricht statt, nur Betreuung. Der ist erst wieder nach den Osterferien geplant. Ab Mittwoch ist eine Notbetreuung für Kinder von „Schlüsselpersonen“ geplant.

Kitas: Ab Montag bis zum 19. April gilt das Betreuungsverbot. Zutritt haben nur Kinder, deren Eltern nachweislich „Schlüsselpersonen“ sind. Das sind solche, die zur Aufrechterhaltung der Sicherheit gehören: Feuerwehr, Polizei, Gesundheitsbereich, ÖPNV. Das gilt für alle städtischen Kitas, die freien Träger und Tagesmütter. Es gibt keine „Zentralkita“ für „Schlüsselpersonen“. Jeder geht dort hin, wo er auch sonst hingeht.

Gesundheitsamt: Das gesamte Amt ist auf die Krise ausgerichtet. Kühn appelliert an alle Wuppertalerinnen und Wuppertaler, vorsichtig zu sein.

Aktueller Stand um 12.14 Uhr: In Wuppertal gibt es 16 Fälle von Corona-Erkrankungen. 147 Personen befinden sich in Quarantäne. Am Samstag waren es noch 114. Alle Verdachtsfälle werden getestet. Freitag waren das 30, Samstag 24, am heutigen Sonntag 25 bis 30. Montag kommen vermutlich weitere „30 plus x“ hinzu. „Wir müssen frühzeitig die Infektionskette stoppen“, so Gesundheitsdezernent Stefan Kühn. Er bittet um Verständnis für die notwendige Quarantäne.

Informationen: Das Servicecenter der Stadt wird personell aufgestockt. Telefon 563-0!

Rathaus und Verwaltung: Das Rathaus in Barmen bekommt eine Zugangssteuerung. Nur das Hauptportal ist geöffnet. AM Eingang fragt der Pförtner jeden nach seinem Anliegen. Die Stadt schickt eine hohe Zahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Homeoffice - bis zu 2.000.

Öffentliches Leben ruht: VHS, Sporthallen, Zoo, Musikschule - alles ab sofort geschlossen. Auch die Ferienkurse des Stadtsportbundes fallen aus. Vereine, die die städtischen Hallen nutzen, dürfen derzeit nicht herein, so Slawig.

In den Bussen der WSW bleibt der Vordereinstieg nun geschlossen. Foto: Christoph Petersen

Deutliche Geste: Auf der Pressekonferenz sitzen Stadtdirektor Johannes Slawig, Oberbürgermeister Andreas Mucke, Presseamltsleiterin Martina Eckermann und Sozial- und Gesundheitsdezernent Stefan Kühn jeweils mit deutlichem Abstand.

Dauer: Die getroffenen Maßnahmen gelten momentan. Sie können jederzeit angepasst oder überholt sein.

Arbeit: Rückkehrer aus risikoreichen Gebieten sollten vom Arbeitgeber vorsorglich in Quarantäne geschickt werden, empfiehlt die Stadt. Unternehmen müssen sich Gedanken machen, wie sie Kunden und Mitarbeiter schützen.

Schulen und Kitas: Sie bleiben wie gesagt am Montag geschlossen. In Schulen gilt Montag und Dienstag noch ein Betreuungsbetrieb für Kinder von Eltern, die zum Beispiel im Gesundheitswesen arbeiten.

Versorgung: Der OB bittet, Ruhe zu bewahren. Die Versorkungsketten seien gesichert, Hamsterkäufe nicht notwendig. Die Stadt empfiehlt, Restaurants und Gaststätten nicht zu besuchen. Eine offizielle Verordnung dafür gibt es aber nicht.

OB Mucke: Jeder Mensch trage selbst große Verantwortung: „Wir alle sollten unsere Nächsten schützen.“ Er bittet darum, die 112 nur dann anzurufen, wenn es sich wirklich um einen Notfall handelt. Die 112 sei schon jetzt komplett überlastet - auch mit unnötigen, vorsorgenden Fragestellern.

Städtische Einrichtungen: Die meisten bleiben geschlossen. Nicht dazu zählt das Einwohnermeldeamt. Die Menschen werden gebeten, alles, was aufschiebbar ist, zu verlegen.

Klare Ansage: Die Stadtspitze betont, dass alle drastische Maßnahmen der Prävention dienen. Alle Veranstaltungen sind untersagt - egal wie viele Menschen teilnehmen, so OB Mucke.

Hallo aus dem Rathaus: In Kürze startet die Pressekonferenz.

In eigener Sache: Die Rundschau-Geschäftsstelle mit dem Verlagssitz am Johannisberg 7 bleibt ab Montag (16. März 2020) bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Eine Kontaktaufnahme ist aber telefonisch und per Mail jederzeit möglich. Mehr dazu: hier klicken!

Soziale Folgen: Bernhard Sander, Oberbürgermeisterkandidat der Linken, begrüßt die mit Blick auf die Corona-Pandemie getroffenen Maßnahmen der Stadt. Gleichzeitig weist er auf die sozialen Folgen hin - und schlägt weitere Schritte vor, etwa Lohnfortzahlungen im Kultur- und Bildungsbetrieb sowie den Verzicht auf Zwangsräumungen, Strom- und Gassperrungen. Mehr dazu: hier klicken!

Auf dem Trockenen: Das privat betriebene Ronsdorfer Bandwirker-Bad ist inzwischen geschlossen. Das haben der Betreiber BaRon Betriebs-UG und der Förderverein bekannt gegeben. Man öffne erst wieder, wenn die Stadt Wuppertal Entwarnung gegeben habe.

Spruch des Tages: „PS. Klopapier ist ausreichend vorhanden.“ Nachsatz zur Einladung zu den 2. Unterbarmer Kunst-Druck-Tagen.

ÖPNV: Fahrgäste können seit Samstag (14. März 2020) nur noch hinten in die Busse der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) einsteigen. Die Fahrerinnen und Fahrer lassen die vorderen Türen an den Haltestellen geschlossen. Die WSW bitten ihre Kundinnen und Kunden, Fahrkarten möglichst am Ticketautomaten oder online über die App „WSW move“ zu erwerben. WSW haben die Reinigungsintervalle intensiviert. In den Bussen und Schwebebahnen wurden zudem Informationsplakate zum Gesundheitsschutz ausgehängt.

Im Vorfeld: Am Samstagabend hatte die Stadt eine weitere Allgemeinverfügung angekündigt, die am Dienstag um 0 Uhr in Kraft tritt und alle Arten von Veranstaltungen umfasst. Alles dazu: hier klicken!

(mivi/jak)