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Ein Taubenhaus in der Wuppertaler City-Kirche​

Elberfelder Innenstadt : Ein Taubenhaus in der City-Kirche

Seit 2018 gibt es auf dem Kirchplatz in Wuppertal-Elberfeld ein Taubenhaus, ein Zuhause für 130 Stadttauben. Dadurch halten sich auf dem Platz weniger Vögel auf. Taubenwart Alexander Gübitz kümmert sich um sie.

Es ist viel los im Taubenschlag auf dem Dachboden der City-Kirche: In den Nistfächern, die entlang der Wand regalförmig aufgestellt sind, nisten einige Stadttauben. Andere picken auf dem Boden nach Körnern und immer wieder fliegt eine Taube durch die Dachöffnung hinein oder heraus. Vor allem aber ist es in dem Schlag auffallend sauber und es riecht gut – nach Heu, Mineralien und Körnern.

„Das Taubenhaus wird gut angenommen und rund 130 Tauben haben hier ihr Zuhause gefunden“, sagt Taubenwart Alexander Gübitz, der sich seit 2018 um den Taubenschlag auf dem Dachboden der City-Kirche kümmert. Hier haben die Vögel neben Futter- und Wasserstellen ausreichend Nistplätze. Fühlen die Tauben sich im Schlag wohl, halten sie sich hier täglich viele Stunden auf. Und auf den Plätzen sind weniger Stadttauben sichtbar.

Taubenwart kümmert sich um die Tiere

Alexander Gübitz ist unter der Woche jeden Tag vor Ort. Er reinigt den Schlag, füttert die Tiere und sieht nach dem Rechten. Artgerechtes Körnerfutter ist für die Tauben der Anreiz das Taubenhaus aufzusuchen. Pro Monat werden am Kirchplatz zirka 300 Kilo Weizen und 50 Kilo Sonderfutter verfüttert.

Die Taubeneier werden durch Eier-Attrappen aus Plastik ausgetauscht. So wird der Taubenbestand tierschutzgerecht reguliert.
Die Taubeneier werden durch Eier-Attrappen aus Plastik ausgetauscht. So wird der Taubenbestand tierschutzgerecht reguliert. Foto: Alexander Gübitz
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Besonders gerne mögen die Tauben kleine Linsen. Falls nötig, nimmt Herr Gübitz auch Tauben zur Pflege auf oder geht mit ihnen zum Tierarzt. Begleitet wird seine Arbeit durch eine ausgebildete Falknerin.

Taubenbestand wird tierschutzgerecht reguliert

Tauben, die sich im Taubenhaus sicher fühlen, legen im Taubenhaus ihre Eier ab. Diese können bequem und ohne, dass die Tiere dies bemerken, vom Taubenwart gegen Plastikeier ausgetauscht werden. So wird der Taubenbestand tierschutzgerecht reguliert.

Cirka zehn Eier tauscht Gübitz wöchentlich im Taubenhaus der City-Kirche aus. „Die Tiere brüten das ganze Jahr über“, erklärt Gübitz. „Dies ist ein menschen-gemachtes Problem, denn Stadttauben sind Nachfahren von Haus-, Brief- und Zuchttauben, denen schon vor Jahrhunderten das ganzjährige Brüten angezüchtet wurde.“

Reinigungskosten verringern sich

Die Tauben halten sich zum Brüten und Fressen im Taubenhaus auf.
Die Tauben halten sich zum Brüten und Fressen im Taubenhaus auf. Foto: Nikola Dünow

Übrigens: Bei dem Urahn dieser Taubenart handelt es sich um die im Mittelmeerraum beheimatete Felsentaube, die schon im 1. Buch Mose erwähnt wird. Einer anderen Art gehören Wildtauben an, die gerne in Parks beziehungsweise Bäumen leben.

Durch das Taubenhaus, das von der Evangelischen Kirche betrieben wird, sind auf dem Kirchplatz deutlich weniger Tauben unterwegs, mit einem weiteren positiven Effekt: Über das Jahr verteilt werden mindestens eine Tonne Kot innerhalb des Taubenhauses entfernt, die somit nicht auf den Gebäuden und Plätzen der Umgebung landet. So werden Reinigungskosten verringert.

Kirchenkreis trägt die Kosten für das Taubenhaus

Von Passanten und aus den benachbarten Cafés hat Alexander Gübitz schon mehrfach gehört, dass es weniger Belästigung durch Stadttauben gibt. Die Kosten für Futter, Reinigung, Tierarzt sowie die Lohnkosten für den Taubenwart trägt die Evangelische Kirche in Wuppertal.

Eine Investition, die sich aus Sicht des Kirchenkreises lohnt: „Mit dem Taubenhaus wollen wir ein Signal zur Aufwertung des Kirchplatzes setzten. Zugleich ist es Teil unseres Engagements zur Bewahrung der Schöpfung“, sagt Superintendentin Ilka Federschmidt.