Bislang ein weißer Fleck

Bislang ein weißer Fleck

Ist Ronsdorf nur für Einheimische top? Wollen die "Rongsdroper" unter sich bleiben?

Der auf Küllenhahn wohnende Oberbürgermeister Peter Jung lobte Ronsdorf immer wieder als einen der schönsten Wuppertaler Stadtteile. Klug werden Vergangenheit, grüne Umgebung mit unendlichen Wanderwegen und hoher Wohnwert mit guten Einkaufsmöglichkeiten verbunden. Die Gartenstadt in der grünsten Großstadt im Naturpark Bergisches Land!

Touristisch stecken das Bergische Land und die größte Stadt Wuppertal noch in den Kinderschuhen. Doch die Wuppertal Marketing GmbH berichtet, dass immer mehr Gäste aus vielen deutschen Regionen die Stadt besuchen — vor allem Schwebebahn, Von der Heydt-Museum, Zoo und Skulpturenpark. Außerdem floriert das Kennenlernen durch die Wuppertaler selbst. Zahlreiche Exkursionen werden angeboten.

Und Ronsdorf? Immerhin haben Günter Konrad und Kurt Florian für den Bergischen Geschichtsverein eine von 13 Stadtteilrouten unter dem Titel "Auf den Spuren der Bandwirker und einer vorindustriellen Stadtgründung" mit 14 Stationen konzipiert. Florian ist zweimal jährlich mit Gästen unterwegs, so am Samstag, 24. Oktober, um 14 Uhr ab Bandwirkerplatz. Der Ronsdorfer Heimat- und Bürgerverein öffnet wöchentlich, mittwochs von 17 bis 18 Uhr, sein historisches Bandwirkermuseum in der früheren preußischen Bandwirkerfachschule. Um die Talsperre im Saalbachtal gibt es den "Wuppertaler Walderlebnisweg Ronsdorfer Talsperre" und durch das Saalbach- und Gelpetal den Geschichtspfad "Historisches Gelpetal". Die Dachmarke "Wuppertals grüne Anlagen" wirbt für die Ronsdorfer Anlagen und den Landschaftspark Scharpenacken.

An mehreren Wochenenden im Sommer nehmen Ronsdorfer an der "Offenen Gartenpforte" teil: Ein besonderes, international bekanntes Highlight ist die Staudengärtnerei Arends-Maubach auf "Ronsdorfs blumiger Höh‘". Magnetisch wirkt Ronsdorf mit seinen Festen: Liefersack, Bürger- und Weinfest, Weihnachtsmarkt, "Kunstrausch" und Literaturtage. Miniaturgolfanlagen gibt es auf Erbschlö und im Gelpetal (Zillertal).

Offen ist die Frage, wie Interessierte von auswärts, neue Mitbürger auf Lichtscheid und in der Böhle, Mitarbeiter von Landeseinrichtungen sowie Schüler der beiden Landesschulen den Weg zu den Sehenswürdigkeiten finden und Ronsdorf selbst entdecken? Wuppertal Marketing wirbt für den Stadtteil, wenn von dort Angebote kommen. Hier kümmert sich (noch) niemand um Gäste, die aus wirtschaftlichen Gründen willkommen sein sollten. In der IG "Wir in Ronsdorf" (W.i.R.) ist das Arbeitsfeld unbeackert, weil es an Personal fehlt und die Gastronomie unterrepräsentiert ist. Von einem Info- oder Besucherzentrum fehlt jede Spur.

Die Wuppertaler Rundschau fragt ihre Leser:
Welche Sehenswürdigkeiten kennen Sie in Ronsdorf?
Was macht den Reiz des Stadtteils aus?
Warum sollen kulturell Interessierte Ronsdorf besuchen?

Bitte mailen Sie Ihre Antworten an: redaktion@wuppertaler-rundschau.de

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