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Gesundheitsförderung: Sport als beruflicher Türöffner

Gesundheitsförderung : Sport als beruflicher Türöffner

Stadtteilservice Nordstadt: Nach anfänglicher Skepsis begeistert das Projekt Gesundheitsförderung durchweg alle Teilnehmer.

Die Begeisterung hielt sich in Grenzen" erinnert sich Leiterin Silke Costa an den Moment, als sie ihren Teilnehmern davon berichtete, dass fortan zweimal wöchentlich vormittags eine Stunde Sport auf dem Einsatzplan steht. Hintergrund der Maßnahme: Als bundesweites Projekt angelegt, bieten Jobcenter und der Spitzenverband der Krankenkassen ein "Gesundheits- und Arbeitsförderungsprogramm" an, das Arbeitslose körperlich und geistig in Schwung bringen soll ( die Rundschau berichtete).

Als erster Wohlfahrtsverband in Wuppertal hat die AWO, Träger des Stadtteilservice Nordstadt, das Projekt aufgegriffen und mit dem selbstständigen Gesundheitswissenschaftler Alexander Schweitzer als Trainer Ende Juni in Angriff genommen. Dass die Maßnahme bei den 35 langzeitarbeitslosen Männern und Frauen zunächst wenig Gegenliebe fand, dafür hat der Trainer Verständnis: "Es ist eine Herausforderung, die durchaus Angst macht. Angst davor, nicht mithalten zu können."
Aber es zeigte sich bald, dass solche Befürchtungen unbegründet waren. "Im Vorfeld haben wir entsprechend der individuellen Selbsteinschätzung drei Teams gebildet.

Dann ging es los auf die benachbarte Nordbahntrasse", so Costa. Unter Anleitung und individueller Beobachtung von Schweitzer nimmt die jeweilige Gruppe Fahrt auf: Jetzt heißt es, mit zügigen Schritten oder leichtem Joggen die Distanz bis zum Loh und zurück zu bewältigen. Etwas über fünf Kilometer in einer Stunde, zwischendurch Dehnungs- und Lockerungsübungen, sie schafften es alle. Mit nachvollziehbaren wie überraschenden Spätfolgen. "Am nächsten Tag berichteten einige von ihrem Muskelkater, eine Teilnehmerin allerdings, die sich im Vorfeld mit Händen und Füßen gegen die Teilnahme gewehrt und erst nach einem klärenden Gespräch mitgelaufen ist, war wie ausgewechselt. "Als ihr klar wurde, dass ihre körperliche Leistungsfähigkeit weit über ihren Erwartungen lag, strahlte sie plötzlich ein Selbstbewusstsein aus, das vorher so nie zu sehen war", berichtet die Leiterin.

Nachdem bereits mehrere Trainingseinheiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten stattgefunden haben, sind alle von dem "Frühsport" begeistert. Silke Costa hat festgestellt: "Die Sporteinheiten vitalisieren spürbar. Unsere Teilnehmer sind aufgeweckter und motivierter, der Teamgeist insgesamt hat einen neuen Schwung bekommen".
Vorerst bis zum September angedacht, sorgt die Maßnahme für positive psychische wie physische Akzente, die auch das Tor zum beruflichen Wiedereinstieg, dem erklärten Ziel im Wirken des Stadtteilservice, ein Stück öffnen können.