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Wuppertaler Fernmeldeturm „Rigi Kulm“: Mit 65 längst nicht in Rente

Wuppertaler Fernmeldeturm „Rigi Kulm“ : Mit 65 längst noch nicht in Rente

Seit 65 Jahren thront der Fernmeldeturm „Rigi Kulm“ in einer Höhe von 330 Metern auf Küllenhahn über Wuppertal. Er selbst misst zusätzliche 96,4 Meter. Der elfgeschossige Stahlbetonturm spielt immer noch eine wichtige Rolle für den Mobilfunk und weitere Dienste.

Er wurde 1956 im Auftrag der damaligen Oberpostdirektion Düsseldorf der Deutschen Bundespost errichtet. Es ist ein so genannter Typenturm (FMT C).

„Vor allem in den 60er und 70er Jahren hat die Bundespost in Deutschland ein dichtes Netz von Fernmeldetürmen aufgebaut, die untereinander über Richtfunk verbunden waren. So konnte man Signale, zum Beispiel Ferngespräche und Fernsehsignale, von Turm zu Turm durch ganz Deutschland senden“, erklärt „Deutsche Funkturm“-Pressesprecher Benedikt Albers. „Dabei wurden vor allem in den Metropolen individuelle Sondertürme gebaut. Zum Beispiel Fernsehtürme in Berlin, Hamburg, Stuttgart. Die allermeisten Türme kamen aber sozusagen ,von der Stange‘. So gab es etwa zehn verschiedene Modelle, die je nach Bedarf gebaut wurden.“ (Bilder:)

Eine weitere Besonderheit: Ende der 1980er Jahre wurde der „Rigi Kulm“ durch einen zweiten Wuppertaler Fernmeldeturm am Westfalenweg ergänzt, der nur etwa zehn Kilometer entfernt steht.

Heute senden vom Küllenhahn aus 20 verschiedene Antennen unterschiedliche Funkdienste. „Dazu zählen unter anderem digitales Fernsehen, UKW-Radioprogramme, Mobilfunk für die Telekom und Telefónica, Funkruf beispielsweise für Rettungsdienste, Richtfunk und weitere Funkdienste für Behörden und Ämter. Außerdem gibt es Antennen für Amateurfunker“, so Albers. „Der Turm hat die Funktion eines Richtfunksammlers für Mobilfunk. Das bedeutet, dass er über Richtfunk mit anderen Mobilfunkmasten in Verbindung steht, die viele Kilometer weit entfernt sein können. Der Fernmeldeturm Küllenhahn sammelt die Gespräche dieser Mobilfunkmasten ein und leitet sie ins Telefonnetz weiter. Es kann also gut sein, dass Ihr Handygespräch über den Turm läuft, selbst wenn Sie nicht mal in der Nähe sind.“

  • Toller Blick von Küllenhahn ins Tal.
    Sommer-Radtouren der Rundschau : Teil 6: Rigi Kulm – sanfter Anstieg und toller Talblick
  • Symbolbild.
    Bürgerverein : Kein Hoffest auf dem Küllenhahn
  • Andy Dino Iussa (li.) und Olaf
    Kulturzentrum Immanuel : Der Mensch spricht mit dem Turm

Früher haben regelmäßig Mitarbeiter am Turm, dessen rot-weiße Antenne auf der Spitze 22 Meter misst, gearbeitet. „Heute wird die Technik aus der Ferne gewartet. Unsere Mitarbeiter sind etwa einmal im Monat am Turm, kümmern sich dann um den Bauunterhalt und sehen nach dem Rechten“, berichtet Albers. Es gibt vier Antennenplattformen in 45, 53, 60 und 67 Metern Höhe.

Zum alten Eisen oder Beton gehört der „Rigi Kulm“ noch lange nicht. „Unser Fernmeldeturm Küllenhahn ist einer der wichtigsten Funkstandorte in der Region – und das schon seit mehr als 65 Jahren. Früher hat er analoge Ferngespräche weitervermittelt, heute ist er wichtig für Mobilfunk und in Zukunft wird er eine Rolle für 5G und neue Technologien spielen. Auch nach 65 Jahren Dienstzeit schicken wir den Turm also noch lange nicht in Rente“, verspricht Albers.