Dabei hat der 36-Jährige, der am Montag vom Verwaltungsrat in den Vorstand berufen worden war, eine ambitionierte Aufgabe zu bewältigen. Bereits am übernächsten Sonntag (28. Juni 2026) soll das Training starten. „Wenn dann zwölf Spieler da sind, ist es gut, 15 wären super, alles darüber hinaus hervorragend“, sagt Strufe. „Wichtig ist, dass der Trainer sich schon ein erstes Bild machen kann.“
Mit einigen Akteuren sei man sich schon einig. Nun werden die entsprechenden Arbeitspapiere aufgesetzt und müssen unterschrieben werden. „Das dauert natürlich etwas, aber es soll alles seine Ordnung haben. Ich bin optimistisch, dass wir zeitnah die ersten Namen veröffentlichen können.“ (Bilder)
WSV stellt sportliche Führung vor
Mit dem neuen Chefcoach Tim Schneider steht Strufe in Dauerkontakt. „Wir haben uns viele Stunden ausgetauscht. Es hat menschlich direkt gepasst und auch auf sportlicher Ebene.“ Schnell wurden die ersten Spielerlisten erstellt („Wir nennen das Schattenkader“) und mit Blick auf die Kaderstruktur kategorisiert. Eine der Hauptfragen angesichts des nicht hohen Etats lautet: „Welche Möglichkeiten haben wir?“
Dabei ergänzen sich Strufe, der zuletzt in der Scoutingabteilung des 1. FC Köln gearbeitet hat und den Kontakt zu den weiteren WSV-Mitarbeitern sucht, und Schneider: „In Köln ging es zwar mehr in Richtung Bundesliga, trotzdem gibt es viele Kontakte. Die Oberliga ist breiter aufgestellt, doch unser Trainer kennt sie ja sehr gut. Wir sind zuversichtlich, dass wir eine sehr ordentliche Mannschaft zusammenbekommen.“
Dass auch Spieler aus dem bisherigen Regionalliga-Kader Teil des künftigen WSV-Aufgebots sind, schließt Strufe nicht aus. Das könne dann der Fall sein, wenn neben dem sportlichen Können die Mentalität stimme und die Kandidaten „den neuen Weg mitgehen wollen“. Was auch für die Posten des Co-Trainers („Wir sind mit zwei, drei Kandidaten im Gespräch“) und des Torwarttrainers gelte.
Der „neue Weg“ sieht unter anderem vor, dass der WSV seine Heimspiele in der Oberliga möglichst freitagabends im Stadion am Zoo austragen will – die Zustimmung der Gegner vorausgesetzt. Damit wolle man den oberen Ligen etwas aus dem Weg gehen. Und außerdem, so Strufe, hätten Flutlichtpartien an der Hubertusallee ihren besonderen Reiz.
Trainiert wird künftig abends, schließlich sollen die Akteure nun einem Hauptberuf nachgehen. Die Übungstage – in der Regionalliga fast täglich – werden „einen Tick“ reduziert. Geplant ist ein Trainingslager, das durchaus auch in Wuppertal stattfinden kann. Mit dem Ziel, die vielen externen Neuzugänge und eigenen U19-Spieler, die aufrücken, schnell zu integrieren.
Wo und wann der Trainingsauftakt stattfindet, wird noch abgeklärt. Ebenso wie die Testspiele neben der Partie gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach (18. Juli, 14 Uhr, Stadion am Zoo). „Wir stehen mit mehreren Vereinen in Kontakt“, bestätigt Strufe.
Über allen Bemühungen stehe ein klares Ziel: „Wir möchten leidenschaftlichen Fußball präsentieren. Und: Die Fans sollen wieder mitgenommen werden. Der WSV soll wieder ein Leuchtturm für die Stadt und die Region werden. Das ist natürlich kein kurzfristiges Projekt.“