Mitglieder des finanziell angeschlagenen WSV für Satzungsänderung

Fußball-Regionalliga : WSV-Mitglieder stimmen Satzungsänderung zu

Der finanziell angeschlagene Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV darf künftig Kapitalgesellschaften oder andere Konstrukte gründen. Die Mitglieder des Vereins stimmten einem entsprechenden Antrag des Vorstandes am Dienstagabend (28. Mai 2019) mit der notwendigen Drei-Viertel-Mehrheit zu.

Vorstandsssprecher Alexander Eichner und Finanzvorstand Melanie Drees hatten zuvor eindringlich um das Ja geworben. Nur so sei es machbar, neue Finanzquellen zu erschließen. Wie bisher sei es nicht mehr möglich. Allein der Kapitaldienst verschlinge rund 150.000 Euro pro Jahr. Den WSV drücken nach eigenen Angaben Verbindlichkeiten in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro.

„Selbst wenn der DFB 50+1 kippen würde, stünde dem ja immer noch unsere Satzung entgegen. Wir reden nicht über eine Umwandlung in eine GmbH. Der Verein bleibt e.V. Da wird nicht dran gerüttelt. Der e.V. wird nicht aufgegeben. Keine Heuschrecken werden den Verein übernehmen", so Eichner. Es gebe keinen chinesischen Investor, keinen russischen, auch keinen arabischen. "Es gab einen türkischen Investor. Der will aber Vorstand sein und die Mannschaft selbst aufstellen. Da habe ich dann das Gespräch abgebrochen. Genau das wollen wir ja nicht."

Auch wenn 49 Prozent zur Verfügung stünden, käme niemand als Einzelner auf fünf bis sieben Prozent, versicherte er. In den nächsten sechs Monaten wolle man aber ohnehin keinen Einzelnen reinholen. Und man werde sich nicht abhängig machen. "Abhängigkeiten entstehen bei Gläubigern, nicht hier. Niemand kommt und kippt den Geldhaufen aus. Wir haben nichts anzubieten. Wir können nur mit Potenzial argumentieren.“ Die Zahlungsunfähigkeit sei noch nicht abgewendet.

Drees betonte, dass für die kommende Saison ein Etat von 1,41 Millionen Euro für den Gesamtverein möglich sein, wenn der Kapitaldienst 100.000 Euro betrage. Kredite werde man nicht mehr aufnehmen. "Es geht nur noch über Sponsoring", so Eichner. Der Vorstandssprecher kündigte an, dass Teile des hauptamtlichen Personals auf der Geschäftsstelle durch Ehrenamtler ersetzt würden. Es gebe Überlegungen, die Geschäftsstelle zu verlagern, um mehr Fläche für den VIP-Raum zu bekommen. Auch sei die Vision von Thilo Küpper eines Stadionumbaus nicht vom Tisch. Es werde zehn Arbeitsgruppen geben: Finanzen, Sport, Marketing, Raum, Organisation, Sponsoren, Fans & Members, CI, CSR und Satzung.

Die Suche nach Sponsoren sei „ein ganz dickes Brett. Wir können nicht von heute auf morgen den Schalter umlegen. Es funktioniert nur in kleinen Schritten. Wir brauchen andere Finanzierungsquellen“, so Eichner.

Mehr von Wuppertaler Rundschau