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Handball-Bundesliga: Hannover-Burgdorf - Bergischer HC 30:30 (13:17)

Handball-Bundesliga: 30:30 (17:13) in Hannover : BHC: Gunnarsson behielt diesmal die Nerven

Der Handball-Bundesligist Bergischer HC hat das dritte Auswärtsspiel der Saison mit einem Remis beendet. Beim TSV Hannover-Burgdorf holte das Team um Kapitän Fabian Gutbrod ein 30:30 (13:17)-Unentschieden. 1.635 Fans sahen in der ZAG-Arena zu.

Ohnehin den weiterhin verletzten Spielmacher Linus Arnesson und Max Darj (erkältet) lag der BHC nach acht Minuten zwar mit 3:5 zurück, fand dann aber immer besser in die Partie. Jeffrey Boomhouwer besorgte in der 11. Minute die erste Führung (6:5). Tom Kare Nikolaisen legte zum 7:5 nach (13.). Hannover glich mehrfach aus und blieb bis zur 22. Minute (12:13) dran, dann aber drehten die Bergischen noch weiter auf und zogen auf 17:12 (29.) davon. In die Kabine ging die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze, die gut zwei Drittel ihrer Angriffe meist aus dem Rückraum erfolgreich abschloss, mit einem Vier-Tore-Vorsprung. Es war eine geschlossene Teamleistung in den ersten 30 Minuten.

Der Start in Halbzeit zwei misslang aber grundlegend. Hannover glich mit einem Lauf zum 17:17 aus (36.). Hinze nahm folgerichtig eine Auszeit. Doch Hannover ging mit 19:18 (38.) und 20:18 (40.) in Führung. Der BHC egalisierte aber wieder (20:20 / 41. und 22:22 / 46.). Das Kopf-an-Kopf-Rennen ging weiter – bis der Ex-BHCer Fabian Böhm, der auf insgesamt neun Treffer kam, zwei Minuten vor dem Ende auf 30:28 erhöhte.

Doch das war es noch nicht. Tomas Babak erzielte umgehend den Anschluss, Torwart Tomas Mrkva parierte – und Arnor Gunnarsson, der gegen Wetzlar in der Schlussphase noch gescheitert war, versenkte Sekunden vor dem Abpfiff den Siebenmeter. Der BHC holte am Ende doch noch einen Punkt. Und der ist mit Blick auf die starke erste Halbzeit durchaus verdient. Beste Werfer waren Tomas Babak (7), Arnor Gunnarsson (6) und David Schmidt (5).

Sebastian Hinze (Trainer BHC): „Ich bin natürlich sehr zufrieden mit dem Punkt. Er ist am Ende glücklich für uns, wenn man 90 Sekunden vor dem Ende mit zwei Toren zurückliegt. Für meine Jungs ist es aber sehr verdient, weil ich schon finde, dass wir 40 Minuten ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht haben. Der Unterschied in der zweiten Halbzeit war, dass wir es nicht geschafft haben, das Tempospiel aufzuziehen. In der ersten Halbzeit machen wir das gut und kreieren viele Chancen, auch aus der zweiten Welle. In der zweiten Halbzeit sind wir da nicht effektiv genug und machen da leider wieder Fehler. Trotzdem haben die Jungs bis zum Ende daran geglaubt, hier noch was Zählbares zu holen. Mit der schmalen Besetzung haben wir im Angriff nach anfänglichen Problemen gute Lösungen gefunden, um wieder in Abschlüsse zu kommen. Mit dem Positionsangriff war ich dann auch zufrieden. Defensiv hat man gemerkt, dass uns gegen den Druck etwas die Kräfte ausgegangen sind. Ich bin sehr glücklich, man kann uns auch gratulieren zu dem Punkt, gerade wenn man die letzten Minuten sieht. Für die Jungs freue ich mich extrem. Und es ist auch verdient, dass wir den Punkt mitnehmen."

Carlos Ortega (Trainer Hannover): „Unsere Abwehr war in den ersten 20 Minuten sehr gut, aber der BHC hat mehrere Mal nach dem letzten Pass das Tor gemacht. Die zweite Halbzeit war sehr stark von uns. Aber das Zurücklaufen war nicht gut nach der Drei-Tore-Führung, das Tor war zu einfach. Danach haben wir zwei Mal frei vergeben, das passiert. Dass es dann so kommt, war schade für uns. Aber es war trotzdem ein toller Kampf von meiner Mannschaft.“

Jörg Föste (BHC-Geschäftsführer Sport): „Unser Fazit fällt insgesamt ausgesprochen positiv aus. Auch heute hat die Mannschaft einen couragierten Auftritt hingelegt. Der wurde belohnt mit dem Punktgewinn. Wir haben über weite Strecken sehr ruhig gespielt, diszipliniert. Hervorzuheben ist heute im Aufbauspiel sicherlich Tomas Babak, der über weite Strecken das Spiel sehr ruhig gelenkt und immer wieder auch neue Ideen gebracht hat. Tom Kare Nikolaisen ist ein weiterer Aktivposten heute. Er hat ja die Rolle von Max Darj übernommen und das sehr gut gemacht. Und letztlich zählt bei einer derartigen Achterbahnfahrt, was unter dem Strich herauskommt. Und wenn man drei Tore in den letzten Minuten macht, dann ist es möglicherweise auch verdient, wenn man den Punkt mitnimmt."

Der BHC kann nun anderthalb Wochen regenerieren, Die nächste Partie steht am 31. Oktober auf dem Spielplan. Dann kommt die SG Flensburg-Handewitt um 19 Uhr in die Klingenhalle.

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