Aus für das Röntgenstadion Im Bergischen ist das Zoo-Stadion nun die einzige große Arena

Remscheid / Wuppertal · Das Remscheider Röntgenstadion darf ab sofort nicht mehr genutzt werden. Nachdem das Solinger Hermann-Löns-Stadion längst Geschichte ist, gibt es mit dem Wuppertaler Stadion am Zoo nur noch eine große Arena im bergischen Städtedreieck.

Carsten Pröpper (li.) und Christian Vorbau (im Stadion am Zoo mit Svenja Thiel), die 2021 den Förderkreis „Wir.WSV“ unterstützten, sind inzwischen Vorstandsmitglieder beim FC Remscheid.

Foto: Wir.WSV

Das Röntgenstadion müsse „ab sofort vollständig und dauerhaft für jegliche Nutzung gesperrt werden“, heißt es aus dem Remscheider Rathaus. „Gravierende Sicherheitsmängel und ein „unvertretbar hoher Aufwand zur Verkehrssicherung“ hätten „nach intensiven Beratungen zu diesem unumgänglichen Schritt“ geführt.

Der bauliche Zustand des Geländes habe sich „drastisch“ verschlechtert: „Nachdem aus Sicherheitsgründen bereits vor zwei Jahren die Haupttribüne und die Nordkurve für die Öffentlichkeit gesperrt werden mussten, lässt die aktuelle Substanz des Stadions nun keinerlei Betrieb mehr zu. Der organisatorische und wirtschaftliche Aufwand, um die gesetzliche Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen, ist für die Stadt Remscheid nicht mehr tragbar.“

Deshalb sei der Spiel- und Trainingsbetrieb als auch der Freizeitsport im Röntgenstadion, in dem Anfang der 1990er Jahre Spiele der 2. Fußball-Bundesliga stattfanden, nun verboten. Bürgerinnen und Bürgern, die das Areal bislang für individuelle sportliche Aktivitäten genutzt haben, sollen „alternative Sportstätten und Trainingsmöglichkeiten“ angeboten werden. Das Areal war in den vergangenen Jahren – und ist es weiterhin – als Fläche für ein „Designer Outlet Center“ mit Anschluss an die Lenneper Altstadt im Gespräch.

Der Hauptnutzer des 1925 eröffneten Röntgenstadions, der in die Bezirksliga abgestiegen FCR, übt unterdessen scharfe Kritik an der Kommunikationspolitik. Man habe von der Maßnahme nur beiläufig und kurzfristig erfahren, so der im Mai neu gewählte Vorstand um den früher auch beim WSV tätigen Vorsitzenden Christian Vorbau sowie den ehemaligen WSV-Spieler und -Sportchef Carsten Pröpper. Damit sei die gesamte Saisonplanung hinfällig.

Und weiter: „Sämtliche Funktionseinheiten des Vereins befinden sich im Röntgenstadion. Dort lagern die Geräte, dort liegen die Räume, ohne die ein geordneter Trainings- und Spielbetrieb nicht zu führen ist. Der Jahnplatz, auf dem die Jugend des FC Remscheid spielt, bietet weder Platz für diese Ausrüstung noch eine Möglichkeit zur Lagerung. Die erste Mannschaft spielt und trainiert in den warmen Monaten im Stadion. Mit der Sperrung fällt nicht allein eine Spielstätte weg, sondern der organisatorische Mittelpunkt des Vereins."

Der Neuaufbau sei damit massiv in Gefahr, notwendig sei kurzfristig ein Gespräch mit der Stadt, ob man ins Stadion Reinshagen umziehen könne. Denn: „Nach dem heutigen Stand kann der FC Remscheid seinen Spielbetrieb nicht aufrechterhalten. Ohne eine kurzfristige Lösung für Training, Heimspiele und die Unterbringung der Funktionseinheiten fehlt die Grundlage, um in die Saison zu starten."

(red/jak)