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Zahlungsschwierigkeiten von Kreditnehmern in NRW nach wie vor hoch

Ratgeber : Zahlungsschwierigkeiten von Kreditnehmern in NRW nach wie vor hoch

Wenngleich die Wirtschaft in den vergangenen Jahren boomte, so ist eines geblieben: In NRW gibt es überdurchschnittlich viele Menschen mit Bonitätsproblemen und Zahlungsschwierigkeiten, die sich natürlich gegenseitig beeinflussen.

Der Schufa-Kompass zeigt deutlich, dass die Zahlungsprobleme ganz gravierend in Wuppertal auffallen. Dieser Artikel schaut sich den Kompass einmal genauer an und erklärt, wie sich Liquiditätsprobleme lösen lassen.

Zahlungsschwierigkeiten überdurchschnittlich hoch

Grundsätzlich ist das Rückzahlungsverhalten der Deutschen auf einem sehr hohen Niveau. Der Schufa-Kompass gibt an, dass im vergangenen Jahr rund 97,9 Prozent aller Ratenkredite ordnungsgemäß, also pünktlich, bedient wurden. Das hat auch einen Einfluss auf die positiven Einträge. 90,8 Prozent aller bei der Schufa gemeldeten Personen haben keinerlei negative Einträge. Der Schufa zufolge nach sind sogar Kredithöhen gestiegen. Durchschnittlich nehmen die Deutschen 11.140 Euro auf und zahlen den Kredit innerhalb von 50,6 Monaten zurück. Besonders positiv ist das Verhalten der jungen Kreditnehmer, denn sie zahlen Kredite immer zuverlässiger zurück. Doch bei all dem Lob gibt es durchaus Schattenseiten. Sie mögen zwar von der reinen Zahl als »Jammern auf hohem Niveau« wirken, sind aber dennoch bedenklich:

  • NRW - umso näher es in den Kern des Bundeslandes geht, desto niedriger ist das Rückzahlungsverhalten. Zwischen 98,00 und 97 Prozent der Kredite werden hier nur korrekt bedient.
  • Zahlungsschwierigkeiten - diese Rubrik umfasst die Menge an Erwachsenen, die weiche und harte Negativmerkmale haben. Weiche Merkmale sind von Unternehmen gemeldete, mehrfach gemahnte offene Forderung, harte werden mitunter von Privatinsolvenzen hervorgerufen. Hier schneidet NRW gravierend ab. Der westliche und der mittlere Teil des Bundeslandes zeigen 11 bis über 12,5 Prozent. Ebenso schlecht schneiden nur Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ab.

Interessant ist, dass das Potenzial der Zahlungsschwierigkeiten ab dem 25. Lebensjahr ansteigt und mit rund 40 Jahren den Zenit erreicht.

Wuppertal mit besonderen Problemen

In NRW ist man die Verschuldung durchaus gewohnt. Allerdings kennen die meisten Bürger diese eher von den Städten und Kommunen, die regelmäßig den letzten Cent umdrehen. Doch zeigt sich auch, dass die Überschuldung auf den Bürger überspringt. Nahezu jeder achte Erwachsene in NRW hat deutliche Probleme damit, seine Rechnungen zu bezahlen, wie die Creditreform herausgab. Einige Informationen:

  • Wuppertal – bei den privaten Finanzen liegt einiges im Argen. Fast jeder Fünfte hat Schulden und kann diese nicht tilgen, die Quote liegt bei 18,42 Prozent. Schlechter ist bundesweit nur Bremerhaven.
  • Weitere Sorgenkinder - Gelsenkirchen, Duisburg, Dortmund und Essen stehen ebenfalls weit unten auf der Liste.
  • Ausprägung - Männer verschulden sich häufiger, hier liegt die Quote bei 12,55 zu 7,61 Prozent. Bedenklich ist, dass rund 35 Prozent mehr Bürger über 70 Jahren heute überschuldet sind, als im vergangenen Jahr. Dennoch ist die Überschuldungsquote deutlich geringer als in den anderen Altersklassen.
  • Ursachen - Arbeitslosigkeit führt die Statistik der Gründe an, doch spielen auch Suchterkrankungen, Krankheiten, Trennungen oder Unfälle eine wichtige Rolle. Das größte Problem ist aber, dass immer mehr Personen in »atypischen Beschäftigungsverhältnissen« arbeiten müssen. Das sind Leiharbeiter und Zeitarbeitnehmer, die oft nur befristet angestellt sind, nur Teilzeit angestellt werden und zugleich einen niedrigen Lohn erhalten.

Auch das Wohnen gilt mit als Grund für die schlechte Lage vieler Personen in NRW. Die Mietkosten beschreiben oft 50 Prozent des Einkommens, sodass Betroffene vor einer Wahl stehen: Miete bezahlen oder Rechnungen begleichen?

Liquiditätsprobleme bei negativen Bonitätseinträgen lösen

Das Problem mit Liquiditätsproblemen ist, dass sie sich verketten. Wer eine höhere Rechnung, beispielsweise den Stromanbieter, nicht bezahlen kann, erhält einen negativen Eintrag oder auch eine Kontopfändung. Daraufhin reagiert die Bank und kündigt den Dispo. War das Konto im Minus, so muss diese Summe jetzt direkt beglichen werden, alternativ steht Bürger der Notgroschen des Dispo nicht mehr zur Verfügung. Die Kündigung hingegen wird auch der Schufa mitgeteilt, wie schon die Pfändung. Es folgen negative Einträge in der Schufa, die fortan vieles erschweren. Soweit sollte es jedoch gar nicht kommen, deshalb:

  • Einträge prüfen – jeder Bürger sollte jährlich eine Selbstauskunft einholen und prüfen, ob die Einträge korrekt sind oder eventuell schon hätten gelöscht werden sollen. Steht eine übliche Löschung kurz bevor, kann oft geregelt werden, dass der Eintrag früher entfernt wird.
  • Umschuldung – mehr Schulden machen, wenn die alten schon nicht beglichen werden können? Nein, bei der Umschuldung kann auch trotz der Schufa ein Kredit genutzt werden, mit dem alle offenen Forderungen beglichen werden. Die Kreditkonditionen sind günstiger als Mahngebühren, Ratenzinsen oder auch Inkassogebühren, zudem hilft er zu verhindern, dass neue Einträge entstehen. Für Bürger ist es einfacher, einen einzigen Kredit zu begleichen, als dutzende Posten zu bedienen.
  • Kleinkredit – umso kleiner die Summe, desto eher ist eine Kreditaufnahme trotz negativer Schufa möglich. Diese Kredite sind dann ideal, um anstehende negative Einträge oder negative Folgen abzuwenden. Beispiel Stromanbieter: Die Forderung wird mit einem Kleinkredit beglichen, bevor es zur Pfändung und der Stromsperre kommt. Nun kommt es zu keinem negativen Eintrag und das die Bank keinen Pfändungsbeschluss erhält, kündigt sie auch nicht den Dispokredit und eventuelle weitere Verträge.

Bei noch überschaubaren Gesamtschulden ist die Umschuldung die sicherste Option, um sich nicht zu überschulden oder um keine negativen Einträge zu erhalten. Doch sollten Schuldner rechtzeitig handeln, denn solange die Bonitätsauskunft relativ gut ist, sind die Kreditkonditionen besser. Kam es erst zu Mahnverfahren oder gar Vollstreckungen, so wird die Kreditaufnahme stets erschwert – nicht unmöglich, doch sichern sich die Kreditgeber weiter ab und erheben höhere Zinsen.

Fazit - immer frühzeitig handeln

Von der Statistik sollte sich niemand entmutigen lassen. Wer spürt, dass es bald zu finanziellen Problemen kommt, der kann auch gute und sinnvolle Lösungen finden. Wer allerdings zu lange wartet oder gar die Post nicht mehr öffnet, der riskiert zu den Liquiditätsproblemen eine negative Schufa, die wiederum einen Rattenschwanz an Problemen und Hürden mit sich bringt.