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Wuppertalerin setzt Riesen-Puzzle zusammen

Riesen-Puzzle : New York in 32.000 Teilen

Ein Jahr lang hat Gisela Schlömp an der Skyline New Yorks gepuzzelt. 32.000 Teile verbaute sie dabei. 5,44 mal 1,92 Meter misst das fertige Werk. „So ein Puzzle macht man nur ein Mal im Leben“, sagt sie.

Ausmaße, die Schlömp an freier Fläche nicht in ihrer Wohnung zur Verfügung stehen. Das Vereinsheim der Kleingartenanlage Im Springen aber schon, und deshalb transportierten Schlömp und ihre zwei Freundinnen Maria Alferding und Bärbel Neugebauer das fast fertige Puzzle zur Vollendung in die Vereinsheim-Gastronomie.

Dann wurde es spannend: 32.000 Teile werden nicht an einem Stück zusammengepuzzelt. Geliefert wird das Geduldsspiel in acht Säckchen zu je 4.000 Puzzleteilen. Die acht fertigen Puzzleplatten lagerte Schlömp, auf Pappkartons geschoben und aufeinander gestapelt, unter ihrem Bett. Zusammengesetzt hatte sie das Riesen-Puzzle bisher noch nicht. Passen alle acht Teile zueinander? Steht am Ende der Arbeit, in die sie ein Jahr investiert hat, ein Erfolg? Über sieben Stunden war Gisela Schlömp am endgültigen Zusammenbau ihrer Skyline in den Räumen des Vereinsheims beschäftigt. Wir treffen sie mit zwei kleinen Kissen auf ihrem Puzzle kniend. Irgendetwas stimmt nicht. Zwei Puzzleteile passen nicht an den für sie vorgesehenen Ort. Jetzt wird es eng.

Die Wuppertalerin hat bereits Freunde ins Vereinsheim eingeladen, um die Vollendung ihres Werks zu feiern. Noch ist ein wenig Zeit. Bis dahin muss das Rätsel um die zwei Puzzleteile aber gelüftet sein. 31.998 Teile hat sie erfolgreich verbaut, diese Hürde wird sie auch noch meistern. Puzzlen gehörte schon immer zu Gisela Schlömps Leidenschaften. Nach der Arbeit, zur Entspannung. „Wenn ich puzzle, vergesse ich die Zeit, mein Kopf wird leer“, erzählt sie. Auch bei der Suche nach dem richtigen Platz für die zwei übrig gebliebenen Puzzleteile erinnern sie nur ihre Knie daran, dass sie schon seit Stunden auf dem Boden herumrutscht.

Normalerweise puzzelt die Wuppertalerin Bilder mit 1.000 oder auch mal 4.000 Teilen. Das 32.000er Puzzle war ein Zufall. Über eine Bekannte bekam sie das Spiel (Wert: 300 Euro, Gewicht: 19 Kilogramm) geschenkt. Die Besitzerin hatte angesichts der Größe und der Unmengen an Hochhäusern, die das Motiv bilden, kapituliert. Gisela Schlömp fing an zu puzzlen, und konnte nicht mehr aufhören. Puzzleteil um Puzzleteil fügte sie zusammen. Die Details im Motiv registrierte sie erst, als sie eine Platte vollendet hatte. Dann sah sie plötzlich Menschen auf der Straße, Autos, Schriftzüge an den Häusern. „Um das Puzzle-Motiv aufzunehmen, musste sogar ein Fenster des Rockefeller Centers ausgehoben werden“, gibt sie beeindruckt die Informationen des Puzzle-Begleitzettels weiter.

Ein Jahr lang hat Gisela Schlömp an der Skyline New Yorks gepuzzelt. Alle fertigen Platten zusammenzufügen, war für sie ein spannender Moment, der mit einer Party gefeiert wurde. Foto: Wuppertaler Rundschau/flo

Da das Vereinsheim über eine offene Gastronomie verfügt, kommen immer wieder Besucher vorbei, bestaunen das fertige Werk und erzählen am nächsten Tag, dass sie selbst mal wieder ein Puzzle aus dem Keller hervorgekramt hätten. Das brachte Gisela Schlömp auf die Idee, ihre alten Puzzles von zu Hause gegen eine Spende in neue Hände zu geben. Der Spendenerlös ging an die Weihnachtsfeier für Alleinstehende in der Stadthalle.

Und was passiert jetzt mit dem Riesen-Puzzle? „Ich bin davon ausgegangen, dass ich es nach der Party wieder auseinander baue“, sagt die Wuppertalerin. Aber jetzt habe sich der Wirt gemeldet: Er würde es gerne in Gänze in seinem privaten Veranstaltungsraum an die Wand hängen. „Auch schön, dann kann man es noch etwas länger betrachten“, sagt die Puzzle-Meisterin.