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Wuppertaler Start-up: Der Traum von plastikfreier Kosmetik

Junge Unternehmerinnen : Wuppertaler Start-up: Der Traum von plastikfreier Kosmetik

Selbermachen ist der Weg zum verpackungsfreien Leben, davon sind die Wuppertalerinnen Veronika Bauer und Elina Giorgou überzeugt. Um diesen Weg leichter zu gestalten, planen sie unter dem Label „verpackmeinnicht“ verpackungsfreie DIY-Naturkosmetiksets auf den Markt zu bringen.

Extra für die Presse haben Veronika Bauer und Elina Giorgou einen Kocher in ihrem Büro im Coworking-Space aufgebaut. Das Wasser im Topf sprudelt bereits. Wer über ihre Produkte schreiben möchte, der muss sie auch ausprobieren.

Auf dem Tisch vor dem Kocher stehen ein Fläschchen mit ätherischen Ölen, ein Tiegel mit Pflanzenbutter, ein Tütchen mit Carnaubawachs und eine Tüte mit Kaisernatron und Maisstärke. Aus diesen vier Komponenten soll am Ende eine Deo-Creme entstehen – ohne Plastikverpackung, vegan und auf Basis natürlicher Zutaten.

Im November wollen die zwei Freundinnen mit dem Verkauf ihrer Do-it-yourself-Naturkosmetiksets starten, sofern sie das nötige Kapital bis dahin zusammen haben. Um ihrem Start-up einen Anschub zu geben, starteten die „verpackmeinnicht“-Gründerinnen am 24. August eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform „Startnext“. Bei 10.000 Euro liegt ihr erstes Funding-Ziel, mit 20.000 Euro können sie direkt mit einer größeren Produktpalette starten. Und wenn keine 10.000 Euro zusammenkommen? „Dann haben wir erstmal nichts“, sagt Elina Giorgou. „Aufgeben werden wir aber trotzdem nicht. Das ist unser Traum.“

Seit Jahren schon mischen die zwei Studien-Freundinnen ihre Deo-Creme, ihren Lippenbalsam und ihre Bodybutter zu Hause selbst an. Anstatt fertige Kosmetika zu verkaufen, möchten sie anderen Starthilfe zum Selbermischen geben. „So ist für unsere Kunden transparent, was drin ist.“

In den Troxler-Werkstätten werden die richtigen Mengen an Öl und Butter abgewogen und abgefüllt, so dass zu Hause nur noch im Wasserbad erhitzt und zusammengeschmolzen werden muss. Damit beim Kreieren der eigenen Deo-Creme nichts schief geht, liefern die „verpackmeinnicht“-Gründerinnen eine Anleitung mit.

Und dann muss die Rundschau-Redakteurin selbst Hand anlegen: Nachdem das Öl erhitzt ist, kommt die Butter hinzu, anschließend das Wachs, und wenn alles zusammengeschmolzen ist Natron und Maisstärke. Immer schön rühren - und nach zehn Minuten ist die selbst hergestellte Deo-Creme fertig, Duft-Richtung „Die bescheidene Gurke“. Nach Kalkulation der Gründerinnen reicht die Menge für ungefähr fünf Monate. Die Herstellung war simpel, und ein bisschen Stolz schwingt auch mit beim Betrachten des Tiegelchens mit der selbst gemachten Deo-Creme.

Irgendwann, träumen Veronika Bauer und Elina Giorgou, möchten sie alle Artikel, die es im gängigen Drogeriemarkt zu kaufen gibt, ohne Plastikverpackungen und auf Basis natürlicher Zutaten anbieten.

Doch anstatt direkt nach den Sternen zu greifen, fangen die zwei Freundinnen seit dem ersten Studien-Semester klein an. Drei Sets für Deo-Creme, Lippenbalsam und Bodybutter wird es zum Start geben, in den Duft-Richtungen „Die bescheidene Gurke“, „Die treue Rose“,, „Die quietschfidele Limette“ und „Die taktvolle Neutrale“. Unterstützung bekommen die zwei Freundinnen nicht nur vom Gründerstammtisch, sondern auch von der Initiative „Nachhaltig in Wuppertal“ und den Unverpackt-Läden in der Umgebung.

„Wir möchten nicht nur hochwertige Naturkosmetik anbieten, sondern auch dafür sorgen, dass im Badezimmer weniger Plastikmüll produziert wird“, fasst Veronika Bauer die Motivation hinter „verpackmeinnicht“ zusammen. Geliefert werden die Zutaten ihrer Sets in Glas-Tiegeln und-Fläschen von einer Wuppertaler Firma, die immer wieder neu befüllt werden können.