Millionensummen notwendig Spielplätze: Viel getan, noch viel zu tun

Wuppertal · In den vergangenen Jahren hat der Rat der Stadt Wuppertal zusätzliche Mittel für die Sanierung von Kinderspielplätzen und den Ersatz von defekten Spielgeräten zur Verfügung gestellt. Inzwischen können sich viele Kinder und Jugendliche über neu gestaltete Spielflächen freuen.

 Der Spielplatz an der Goethestraße wurde nach der Sanierung im Mai offiziell freigegeben.

Der Spielplatz an der Goethestraße wurde nach der Sanierung im Mai offiziell freigegeben.

Foto: Stadt Wuppertal

Die Stadt unterhält 292 Spielplätze und 77 Bolzplätze. Da die Geräte altern und „abgespielt“ werden, müssen Spielplätze nach etwa 25 Jahren grundsaniert werden, zumal oft auch Vandalismus hinzukommt. „Aus Mangel an finanziellen und personellen Ressourcen hatte sich auf vielen Spielplätzen in den vergangenen 15 Jahren ein Sanierungsrückstau gebildet, so dass immer mehr Spielgeräte außer Betrieb genommen oder Spielplätze gesperrt werden mussten“, blickt Dezernent Frank Meyer. „Umso mehr freut es uns jetzt, dass wir so viele Spielplätze runderneuern oder neu sogar neu gestalten konnten.“

Im vergangenen Jahr stand 250.000 Euro mehr für die Unterhaltung der Spielplätze zur Verfügung, zusammen mit der Spielplatzpauschale demnach 940.000 Euro. „Auch die Bezirksvertretungen haben durch die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz dazu beigetragen, dass auf vielen Spielplätzen Spielgeräte erneuert, repariert oder Sicherheitsmängel behoben werden konnten. Durch Spendensammlungen oder per Bewerbung um das Bürgerbudget konnten weitere finanzielle Mittel eingeworben werden“, heißt es aus dem Rathaus.

Für die Grundsanierung und Neuanlage von Kinderspielplätzen werden die benötigten Mittel projektorientiert in den Haushalt eingestellt. Im Jahr 2023 wurden zusätzlich 700.000 Euro durch den Rat zur Verfügung gestellt.

Von 2021 bis Mitte 2024 wurden insgesamt 7,743 Millionen Euro für die Grundsanierung und Neuanlage von Kinderspielplätzen investiert. Damit konnten 15 Plätze von Grund auf neu geplant und mit neuen Spielangeboten ausgestattet werden. Intensiv beteiligt waren die Kinder und Jugendlichen, die Ideen für „ihre“ Anlage vorab in den Planungsprozess eingebracht haben und damit einen Ort nach ihren Vorstellungen mitgestalten konnten. Organisiert wurde die Kinder- und Jugendbeteiligung durch den Fachbereich Jugend und Freizeit des Jugendamtes, der sich auch mit pädagogischen Überlegungen in die Ideenfindung eingebracht hat. „In Wuppertal einzigartig beim Neubau von Spielplätzen: Wir planen fast alles selbst. Das ist nicht üblich“, erklärt Alexander Richter (Abteilungsleiter Freiraumplanung im Ressort Grünflächen).

Zu den grundsanierten Flächen zählen auch vier Bolzplätze und zwei Kleinspielfelder. Bei den Bolzplätzen mit Kunstrasen liegt der Turnus der Sanierungen wegen der sehr intensiven Nutzung bei sieben bis zwölf Jahren. „Immer wieder müssen Bolzplätze gesperrt und anschließend ausgebessert werden, weil mit Stollenschuhen oft falsches Schuhwerk getragen wird. Diese Arbeiten und die Grundsanierungen brauchen wärmeres Wetter, weshalb in den Wintermonaten nur eingeschränkt daran gearbeitet werden kann und die Plätze dadurch über einen längeren Zeitraum nicht bespielt werden können“, berichtet die Verwaltung.

Die Teilsanierung und die Reparatur und Auswechslung von Spielgeräten nimmt ebenfalls einen großen Arbeitsumfang im Ressort Grünflächen und Forsten ein. Der zeitliche Aufwand für die vielen zusätzlichen Kleinmaßnahmen ist hoch: Die Spielbereiche müssen neu strukturiert, neue Geräte ausgesucht und eingepasst werden. „Der Unterschied zum Neubau ist, dass wir bei der Sanierung alles passend zum Bestand abändern müssen, das heißt, wir sind zum Beispiel gebunden an die bestehenden Höhen“, so Arianna Schmidt vom Ressort Grünflächen.

Fallschutzmaterialien müssen aufgrund von Beschädigungen ausgebaut, teuer entsorgt und anschließend wieder neu eingebaut werden. Angebote müssen eingeholt und einzelne Maßnahmen ausgeschrieben werden. Hinzu kommen Lieferengpässe, die zu langen Lieferzeiten bis zu mehreren Monaten führen, sowie hohe und steigende Kosten.

In den vergangenen zwei Jahren wurden allein bei diesen vielen Kleinmaßnahmen 1,833 Millionen Euro umgesetzt. Dank der von den Bezirksvertretungen zugesagten Mittel, die durch finanzielle Mittel des Ressorts ergänzt wurden, konnten so 45 Kinderspielplätze neue Spielgeräte erhalten und aus Sicherheitsgründen bereits lange abgesperrte Spielbereiche wieder geöffnet werden.

Viele Spielplätze und Spielgeräte sind nach wie vor sanierungsbedürftig oder müssen ersetzt werden. Ein großer Anteil der Unterhaltungsmittel muss für Müllbeseitigung, Wegeausbesserungen und Baumpflegemaßnahmen eingesetzt werden. Durch die lange Trockenheit in den Jahren 2018 bis 2022 sind viele Bäume geschädigt und weisen Totholz auf, das aus Gründen der Verkehrssicherheit kostenintensiv entfernt wird.

Seit dieser Zeit ist auch das Müllaufkommen kontinuierlich angestiegen. Das Ressort konnte bisher diese Maßnahmen nur über Rückstellungen oder Mittelumschichtungen finanzieren, insgesamt besteht hier eine Finanzierungslücke in Höhe von rund 250.000 Euro.

„So sehr wir uns über die großen Fortschritte freuen, sind für die Instandhaltung der vielen Spielplätze und Flächen weitere größere Summen nötig“, so Meyer. „Denn schließlich wollen wir den Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt überall gute und sichere Spielmöglichkeiten bieten.“