Wuppertaler Radverkehrskonzept: „Jetzt Taten folgen lassen“

Mobilität in Wuppertal : Radverkehrskonzept: „Jetzt Taten folgen lassen“

Das Radverkehrskonzept der Stadt liegt vor. Es soll die Radwegezustände verbessern und die vorhandenen Lücken im Radverkehrsnetz sukzessive schließen. Knackpunkt: Für die Umsetzung stehen nur 100.000 Euro aus dem Finanzhaushalt zur Verfügung.

Oberbürgermeister Andreas Mucke hat Stolzes zu verkünden: Im Rahmen der Aktion „Stadtradeln“ ist die Stadt Wuppertal neulich mit rund 381.000 gefahrenen Kilometern deutschlandweit auf Platz 48 gelandet. Bei mehr als 1.100 teilnehmenden Kommunen beim Strampeln für das Klima, eine beachtliche Leistung: „Unser Ziel ist es beim nächsten Mal natürlich, gemäß unserer Einwohnerzahl, mindestens in die Top 17 zu kommen“, gibt Mucke kämpferisch zu Protokoll und blickt bereits dem nächsten Prestige-Projekt der Stadt in Sachen Zweirad entgegen.

Was das Netz und die Beschaffenheit ihrer Fahrradwege angeht, dürfte die Stadt Wuppertal im deutschen Vergleich nämlich längst nicht so weit vorne liegen. Schlechte Radwegezustände und vor allem eine veraltete Infrastruktur mit zahlreichen Lücken im Radverkehrsnetz sind ihr schon seit längerem ein Dorn im Auge: „Es ist jetzt an der Zeit, den Worten auch Taten folgen zu lassen“, bringt Andreas Mucke die Aufgeschlossenheit für Veränderungen seitens der Kommune zum Ausdruck. Schließlich möchte man sich ab 2025 „Fahrradstadt“ nennen dürfen.

Nach dem Beschluss zur Fortschreibung ihres Radverkehrskonzepts im Juli hat die Stadtverwaltung dazu jetzt mehrere Beschlussvorlagen entwickelt, die ab sofort die politischen Gremien durchlaufen. Am 31. Oktober entscheidet dann der Verkehrsausschuss über die konkrete Umsetzung der Pläne.

Auch Oberbürgermeister Andreas Mucke, der selbst gern Rad fährt, will den Worten jetzt Taten folgen lassen. Mit begrenztem Budget wird das nicht einfach ... Foto: Wuppertaler Rundschau

Der Fokus liegt dabei auf der Radverkehrsführung entlang und nördlich parallel zur Talachse. Ein schwerwiegender Nachteil bei der Umsetzung des Konzepts dürfte allerdings die Begrenzung des Budgets auf 100.000 Euro sein. Mehr ist angesichts der Haushaltszwänge nicht drin: „Normalerweise würden wir 3,5 Millionen Euro pro Jahr benötigen“, gibt Verkehrsdezernent Frank Meyer zu bedenken und ergänzt: „Wir haben sehr viel Nachholbedarf, was die Beschaffenheit unserer Radwege angeht.“ Um das Vorhaben dennoch in die Tat umsetzen zu können, werden ab 2020 Fördermittel beim Bund beantragt.

Ein weiterer Baustein des Radverkehrskonzepts sieht die Optimierung der Radabstellanlagen vor. Dazu gingen 60 Bürgerwünsche bei der Stadt ein, die jetzt nach und nach umgesetzt werden sollen.

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