Wuppertaler Gemeinde DiTIB gegen „jegliche Form von Gewalt und Terrorismus“

Wuppertal · Die Wuppertaler DITIB-Gemeinde, die an der Elberfelder Gemeinde unter anderem eine neue Moschee erreichten möchte, hat sich am Freitag (17. November 2023) zu mehreren Themen geäußert. Der Wortlaut.

 Visualisierung des an der Gathe geplanten Moschee-Areals der DiTIB-Gemeinde Wuppertal.

Visualisierung des an der Gathe geplanten Moschee-Areals der DiTIB-Gemeinde Wuppertal.

Foto: DITIB Wuppertal-Elberfeld

„Seit 1981 dienen wir als verlässlicher Partner im kommunalen Leben für viele Menschen in unserer Stadt und sind Ansprechpartner und Anlaufstation des täglichen Lebens. Wir betrachten uns als wertvollen Teil der Gesellschaft und leisten einen großen Beitrag für den friedlichen Zusammenhalt Wuppertals.

DITIB Wuppertal setzt sich nachdrücklich für die Menschenwürde, die Wahrung der Menschenrechte und den interreligiösen Dialog ein. In diesem Zusammenhang möchten wir folgende Haltung als Teil der Gesellschaft, als Gemeinde Wuppertals auf der Gathe proklamieren:

Verurteilung von Gewalt und Terrorismus: DITIB Wuppertal verurteilt wiederholt und entschieden jegliche Form von Gewalt und Terrorismus, unabhängig von ihrer Herkunft. Insbesondere verurteilen wir den Terror gegen die Zivilbevölkerung in Israel durch die Hamas und rufen erneut dazu auf alle Geiseln unverzüglich freizulassen.

Friedliche Koexistenz und Solidarität: Wir standen und stehen stets für eine friedliche Koexistenz und Solidarität zwischen den unterschiedlichen religiösen und kulturellen Gemeinschaften. Die Angriffe auf jüdisches Leben und Synagogen in Deutschland verurteilen wir weiterhin auf das Schärfste.

Antisemitismus und jede Form von Rassismus haben keinen Platz in unserer Stadt. Wie auch schon in der Vergangenheit erklären wir uns mit unseren jüdischen Nachbarn solidarisch.

Respekt vor Menschenrechten und Völkerrecht: Die DITIB Wuppertal erkennt das Recht Israels zu Selbstverteidigung an und fordert jedoch, alle Konfliktparteien auf, das Völkerrecht zu achten und den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten. Unverhältnismäßige Angriffe, die sich gegen zivile Ziele richten, sind zu verurteilen. Das Leid der Zivilbevölkerung der Palästinenser im Gazastreifen muss beendet und die Versorgungszufuhr muss wiederhergestellt werden. Nur so können weiteres unerträgliches Leiden gestoppt und das Recht auf Leben aller Menschen geachtet werden. Im Namen der Menschlichkeit rufen wir alle handelnden Akteure zur Mäßigung und Deeskalation auf, um eine sofortige Beendigung des Krieges zu erwirken.

Gewalt gegen Muslime und Moscheen: Unsere Moscheegemeinde Wuppertal verurteilt die aktuell stark angestiegenen Generalverdächtigungen, Angriffe und Drohungen gegen Moscheen und Muslime in Deutschland. Wir setzen uns für ein friedliches Miteinander und den Schutz religiöser Stätten ein. Hass und Gewalt dürfen weder geduldet noch akzeptiert werden und daher rufen wir zum besonderen Schutz aller religiösen Einrichtungen auf. Dem Aufkeimen vom islamfeindlichen oder Antimuslimischen Aktionen muss seitens der Politik und Behörden entschieden entgegnet werden.

Engagement für Integration und Gemeinwohl: Muslime in Deutschland sind ein integraler Bestandteil der Gesellschaft und leisten einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl. Wir setzen uns für Integration, Respekt und Zusammenarbeit ein. DiTIB Wuppertal ruft zu einem respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang miteinander und den Verzicht auf jegliche Formen von Gewalt, Hetze, Hass oder Vorurteile auf.

Als Moschee in Wuppertal werden wir uns weiterhin für den Dialog, die Toleranz und den Frieden einsetzen. Gemeinsam mit unserer vielfältigen Gemeinschaft werden wir daran arbeiten, unsere Gesellschaft positiv zu gestalten und dazu beitragen, dass unser Zusammenleben in der hiesigen Zivilgesellschaft durch das friedliche und solidarische Miteinander geprägt und dabei stets die Grundpfeiler unserer demokratischen Grundordnung gewahrt werden. Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen dieser Gewalt und wir hoffen auf eine Zukunft, in der alle Menschen in Frieden und Sicherheit leben können.“