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Verkäufer auf vier Pfoten - Teil 7: Weiberheld mit Schlagseite

Verkäufer auf vier Pfoten - Teil 7 : Weiberheld mit Schlagseite

Mit seinen 13 Jahren hat Snoopy schon viel erlebt. Fast zu viel für einen kleinen Terrier. Gerettet aus einer leeren Wohnung ohne Futter und Wasser kam er zu Monika Lütkemeier und ihrem Schuhreperatur-Geschäft mitten in der Barmer Innenstadt.

Anfangs war es für beide schwer. Snoopy schlief nicht durch, machte immer Radau. "Er kam aus einer Bar, da hatte er wohl Nachtdienst", scherzt Monika Lütkemeier heute.

Mit fünf Jahren dann der nächste Schicksalsschlag: Snoopy erlitt einen Schlaganfall. Er überlebte, war aber bis zur Brust komplett gelähmt. "In der Tierklinik wollten sie ihn einschläfern", erzählt seine Besitzerin. Aber das wollte Monika Lütkemeier ihrem "kleinen Engel" nicht antun. Sie nahm ihn mit nach Hause und fing an, regelmäßig Snoopys Hinterbeine und seinen Rücken zu massieren. Heute läuft Snoopy wieder, auch wenn seine Gelenke immer noch etwas steif sind. Versucht er zu rennen, hoppelt er wie ein Hase durch die Schuh-Werkstatt in Barmen.

Monika Lütkemeier mit Snoopy, der in seinem Hundeleben schon viel durchmachen musste. Foto: Bahrmann

Kunden begrüßt er schwanzwedelnd und mit viel Radau. Seine Stammkunden bringen ihm Leckerlis und Spielzeug mit, aber auch bei den umliegenden Geschäftsleuten ist Snoopy bekannt und beliebt. "Komm, wir gehen zur Sparkasse. Komm, wir gehen zum Frisör", verspricht Monika Lütkemeier und Snoopy hoppelt aufgeregt im Kreis. Doch nicht nur für den Sparkassenangestellten kann Snoopy sich begeistern, sondern auch für die attraktiven Hundedamen im Viertel. "Da ist die Samy, und die Sheila und, achja, die Anna", zählt Monika Lütkemeier Snoopys Ladys auf. Jaja, Snoopy ist schon ein Weiberheld.

Trotzdem geht er nicht mit jeder Frau Gassi. Nur mit seiner Besitzerin und Monika Lütkemeiers Arbeitskollegin. Mehrmals am Tag drehen sie mit Snoopy eine Runde um den den Block. Viel weiter muss der 13-jährige Terrier auch nicht mehr laufen. Zwar ist er noch fit, wird aber langsam auf dem linken Auge blind. "Sein Äuglein wird zwar weiß, aber ich hab ja noch zwei", winkt die Ladenbesitzerin ab. Und im Schuhreparatur-Geschäft kennt Snoopy sich sowieso blind aus. Nur der Kamera-Blitz der Fotografin war dem kleinen Terrier nicht geheuer. Sowas hat es im Laden bisher noch nicht gegeben.