Start-up: „Es steht und fällt mit dem Willen der Gründer"

Gründungsinitiative der Bergischen Uni: Start-up: „Es steht und fällt mit dem Willen der Gründer"

In drei Monaten von der Idee zum Start-up – das verspricht die „bizeps Startup Academy“ der Gründungsinitiative der Bergischen Uni. Sabine Vorpahl ist bizeps-Koordinatorin und hat bereits selbst am Gründungs-Coaching-Programm teilgenommen.

„Jetzt ist die Zeit, etwas zu gründen“, wiederholt sie mehr als einmal im Gespräch – und Rundschau-Volontärin Hannah Florian fühlt sich anschließend ganz beflügelt, ihr eigenes Start-up aufzubauen. Fehlt nur noch die zündende Idee …

Rundschau: Drei bizeps-Startup-Academy-Durchgänge hat es bereits gegeben. Gibt es darunter Ideen, die es geschafft haben?

Vorpahl: Ja, die gibt es. Aus der ersten Runde die Freiluftbande. Sie haben ein interaktives Kinderbuch entwickelt, in dem Familien auf Entdeckungstour durch Wuppertal gehen können. Und Streetright24, eine digitale Plattform, die bei der Abwicklung von Schadensfällen hilft. Valleypreneur aus dem letzten Durchgang, eine studentische Unternehmensberatung, hatte direkt nach ihrem Pitch die ersten Klienten.

Rundschau: Was lernen die Teilnehmer in drei Monaten bizeps Startup Academy?

Vorpahl: Sie erfahren etwas darüber, wie sie mit ihrem Start-up Geld verdienen können, lernen, die passende Zielgruppe zu bestimmen, einen Finanzplan aufzustellen, Investoren und Kunden von ihrer Idee zu überzeugen, und am Ende werden dem Publikum alle Ideen vorgestellt und gepitcht. Allein das ist eine gute Übung.

Rundschau: Was steht bei den Teilnehmern an erster Stelle: Schnelles Geld zu verdienen oder ihre Idee voranzutreiben?

Vorpahl: Ganz klar Zweites. Sie möchten das Wissen der Coaches aufsaugen und die Welt verändern, wobei die große Herausforderung ist, sich hierbei zu fokussieren. Sie verfolgen ihr Ziel jedoch mit großer Leidenschaft.

Rundschau: Was muss ein Start-up denn mitbringen, um langfristig erfolgreich zu sein?

Vorpahl: Das Bedürfnis und die Nachfrage nach dem Produkt müssen da sein. Aber im Grunde genommen steht und fällt es mit dem Willen der Gründer. Sie müssen sich in ihrer Idee wiederfinden, einen starken inneren Antrieb haben und sich von Niederschlägen nicht entmutigen zu lassen.

Rundschau: Gründen scheint zurzeit ziemlich hip zu sein. Woran liegt das?

Vorpahl: Unsere Infrastruktur ist gerade sehr vorteilhaft für Start-ups. Es gibt viele Unterstützungsformate. Wenn gründen, dann jetzt! Zusätzlich machen Gründer dabei wertvolle Erfahrungen, Schritte, die sie in einem Angestelltenverhältnis nicht machen würden. Viele Unternehmen forcieren zudem die Zusammenarbeit mit Start-ups, da bei ihnen die Dynamik und das Innovative viel eher gegeben sind als bei etablierten Betrieben.

Rundschau: Wie ist die bizeps Startup Academy entstanden?

Vorpahl: Das Netzwerk bizeps hat bereits früher einzelne Seminare zu Gründungs-Themen organisiert. Meine Vorgängerin hat schließlich das Format der Academy entwickelt, in der über drei Monate hinweg Experten die Teilnehmer in neun Workshops zu ihrem eigenen Start-up coachen.

Rundschau: Welches Ziel verfolgt die Academy?

Vorpahl: Wir möchten Menschen zusammen bringen, die sich sonst nicht treffen würden. Ein Physiker, jemanden aus dem Bereich Nachhaltigkeit, jemanden, der bereits eine Idee hat und Teilnehmer, die keine Idee haben, aber Lust zu gründen. Dabei geht es uns nicht vorrangig darum, möglichst viele Gründungen hervorzubringen, sondern in erster Linie für das Thema zu sensibilisieren und eine starke Gründungskultur zu schaffen.

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