Stadt Wuppertal entschuldigt sich für Knöllchen-Posse am Stadion

Parkplatz Boettingerweg : Stadion: Stadt entschuldigt sich für Knöllchen-Posse

Auf den ehemaligen Stellflächen für Busse am Boettingerweg hat die Stadt neue Pkw-Parkplätze eingezeichnet, den Abbau der alten Halteverbotsschilder aber vergessen und dann fleißig Knöllchen verteilt. Noch peinlicher: Einen WSV-Fan, der dort parkte, zerrte sie sogar vor Gericht.

Über die ausladenden Stellflächen für Busse auf dem von Zoo- und Stadionbesuchern genutzten Parkplatz hinter der Gegengerade hatten sich WSV-Fans seit Jahren aufgeregt. Denn die Zeiten, als noch ganze Reisebus-Flotten zu den Spielen anrollten, sind längst vorbei, während Pkw-Parkplätze weiter Mangelware bleiben.

Umso größer war die Freude nicht nur bei WSV-Anhänger Niklas Post, als er am 30. Oktober auf eben diesen Bus-Flächen plötzlich nagelneu markierte Auto-Stellplätze entdeckte und dort einparkte. Bei der Rückkehr pappten an seinem und allen anderen Autos in diesem Bereich dann aber Strafzettel, weil sie auf einem für Busse ausgewiesenen Stellplatz gestanden hätten.

Post zahlte nicht, sondern schrieb an die Stadt. Seine durchaus nachvollziehbare Frage: Wie sollen Reisebusse in die eingezeichneten Parkbuchten mit 4,80 Meter Länge und 2,35 Meter Breite passen? Statt einer Antwort kam eine Ladung zum Bußgeldverfahren vor dem Amtsgericht.

Niklas Post ließ sich von der Vorladung allerdings nicht einschüchtern und ging – bestens mit Fotos der Örtlichkeit ausgestattet – in das Verfahren. Nur ahnen kann man darauf die alten Halteverbotsschilder weit jenseits der neuen Fläche, mit denen die Ordnungswidrigkeit begründet werden sollte. Prompt wurde das Verfahren eingestellt. Der eigentliche Clou aber: Die alten Parkverbotsschilder mit dem Verweis auf die Busstellplätze hätten eigentlich längst abgebaut sein sollen.

„Das ist offensichtlich vergessen worden, als die Markierung geändert wurde“, räumte Stadt-Sprecherin Ulrike Schmidt-Keßler auf Nachfrage der Rundschau im Anschluss an das Urteil ein. Und fügte hinzu: „Da können wir uns nur entschuldigen. Das ist ganz dumm gelaufen.“

Bleibt allerdings die Frage, warum man auch nach dem Schreiben von Niklas Post nicht auf den Missstand aufmerksam wurde. „Der Ordnungsdienst kann ja nicht bei jedem Einwand rausfahren und nachgucken“, bittet Schmidt-Keßler um Verständnis. Das dürfte sich allerdings bei Niklas Post und mutmaßlich vielen weiteren Betroffenen, die ihr Knöllchen brav bezahlt haben, in Grenzen halten ...

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