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Social-Media-Post aus Wuppertal: „Keine Übereinstimmung mit der CDU“

Unmut über Social-Media-Post : „Keine Übereinstimmung mit der CDU“

Ein Social-Media-Post des Wuppertaler CDU-Stadtverordneten Holger Reich unter einem Beitrag von „queer BILD“ sorgt für großen Unmut.

Mit „queer BILD“ gibt das große Boulevard-Blatt der LGBT-Community, zu der sich Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen rechnen, eine Stimme. Die Wuppertaler Jusos zitieren den Text, den Holger Reich unter einem Facebook-Beitrag von „queer BILD“ gepostet hatte, so: „Was nur sehr nervt, ist, daß Schwule mir ständig ihre sexuelle Vorliebe unter die Nase reiben wollen. [..] Ständig dröhnt es aus dem TV, dem Radio oder sonst woher daß dieser oder jener sich als Schwul geoutet hat und alle, die es nicht ‚toll finden’ automatisch homophob (=krank) abgestempelt werden.“

Die Jusos zeigen sich entsetzt – und schreiben in einer Pressemitteilung: „Ein demokratischer Stadtverordneter, der die Bürger*innen der Stadt Wuppertal im Rat vertritt, sollte für eine offene Gesellschaft eintreten und Diskriminierungsformen nicht noch reproduzieren. Gerade vor dem Hintergrund, dass der neue Oberbürgermeister Schneidewind eine Offensive gegen Diskriminierung und Einrichtung einer Gleichstellungs-Stelle für die Stadt angekündigt hat, verwundert dieser Bruch der CDU mit der eigenen Linie des OB. Wir fordern Holger Reich auf, sich für seine queerfeindlichen Äußerungen zu entschuldigen. Denn wir sollten stolz darauf sein, dass sich Menschen zu ihrer sexuellen Identität bekennen können, egal zu wem sie sich hingezogen fühlen.“

Die Rundschau fragte bei der CDU nach. Deren (kommissarischer) Vorsitzender Rolf Köster antwortet so: „Für die Kreispartei CDU teile ich mit, dass die Ansichten von Holger Reich mit denen der CDU nicht übereinstimmen. Von den mir bekannt gewordenen Äußerungen distanziere ich mich für den Kreisverband.“ Auch CDU-Fraktionschef Ludger Kineke gab gegenüber der Rundschau eine Stellungnahme ab: „Wir haben mit Herrn Reich über die Angelegenheit gesprochen, Herr Reich bedauert die Äußerungen und hat dies auch an Teilnehmer der betroffenen Facebook-Kommunikation kommuniziert, seine Äußerungen sind inzwischen auf Facebook gelöscht.“

(sts)