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Schüler des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums in Wuppertal funken ISS an

Carl-Fuhlrott-Gymnasium : Schüler funken ISS-Raumstation an

Während eines Überflugs der Internationalen Raumstation ISS konnten am Montag vor einer Woche (23. August 2021) die Schüler des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums per Funk Fragen an einen Astronauten im Weltall stellen.

Akihiko Hoshide umkreist in rund 420 Kilometern Höhe und mit einer Geschwindigkeit von rund 28.000 Kilometern pro Stunde die Erde. Der japanische Astronaut ist seit dem 24. April dieses Jahres Kommandant der siebenköpfigen Besatzung der internationalen Raumstation ISS. Seit seiner Kindheit hatte er davon geträumt, Astronaut zu werden.

Thomas Daniels ist auf der Erdoberfläche, genauer gesagt am Cronenberger Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG), Physik-, Mathematik- und Informatiklehrer. Jedoch sei auch er „schon immer verrückt nach Sternen und dem Weltraum gewesen“. Als Daniels, der außerdem Amateurfunker ist, 2019 einen Vortrag gehört hatte, dass es über das Projekt ARISS (Amateur Radio on the International Space Station) für Schulen möglich sei, Funkkontakt zur ISS aufzunehmen, wollte er dies unbedingt am CFG umsetzen. Bei Schulleiter Reinold Mertens stieß er mit seiner Idee gleich auf offene Ohren: „Er hat die Aktion sofort befürwortet“, erinnert sich Daniels.

Tatkräftige Unterstützung bot auch der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) und dessen Leverkusener Ortsverein (G11). Und finanzielle Hilfe gab es seitens der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Schon bald wurde an dem Gymnasium eine AG angeboten, um den Funk-Kontakt vorzubereiten. Zudem wurden in den Klassen und Kursen der Schule Fragen an Astronauten gesammelt.

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Catrice Williams, Abiturientin und Mitglied der ISS-AG, erinnert sich: „Als sich die Möglichkeit geboten hat, war ich sofort Feuer und Flamme, denn ich interessiere mich schon seit langer Zeit für den Weltraum. Mit meiner Mutter habe ich mir gefühlt jede Dokumentation angeguckt.“

Nach langer Vorbereitungszeit sollte am 23. August endlich der Kontakt zur ISS zustande kommen. Corona-bedingt durften zwar nur wenige Schüler direkt im Saal teilnehmen. Jedoch wurde die Veranstaltung auch per Livestream für etwa 250 Schüler in das großräumige Pausenzentrum übertragen. Wie zuvor berechnet, war es um genau um 9.54 Uhr soweit: Über eine stabile Funkverbindung war Akihiko Hoshide klar und deutlich zu hören. Die erste Frage kam von Williams: „Wie gefällt es Ihnen im Weltall und was machen Sie den ganzen Tag?“ Die Antwort des Astronauten: „Mir gefällt es hier sehr gut. Wir machen viele wissenschaftliche Experimente und Wartungsarbeiten.“ Gut zehn Minuten Zeit hatten die Schüler für weitere Fragen. So erfuhren die CFG-Schüler beispielsweise, dass sämtliches Wasser auf der ISS recycelt und als Trinkwasser wiederverwendet wird, dass Zähneputzen zwar möglich ist, Duschen jedoch nicht. Und dass man täglich Krafttraining betreibe, um zu verhindern, dass Muskel- und Knochendichte abnehmen.

Nach dem Gespräch mit Hoshide war Williams zufrieden: „Die Antworten waren zwar nicht unerwartet, aber ich fand die Kommunikation spannend, den persönlichen Kontakt.“ Darüber, dass der Funk-Kontakt störungsfrei funktioniert hatte, war insbesondere Lehrer Daniels sichtlich erleichtert. Trotzdem beschäftigt ihn schon eine neue Idee: „Der nächste Funk-Kontakt könnte in die Antarktis gehen.“ Begeistert war auch Schulleiter Mertens: „Die Tonqualität war super. Ich habe ein richtiges Gänsehaut-Gefühl gespürt.“

Dann ließ er durchblicken, dass die Schule bereits ein neues Projekt für den kommenden Januar plane. „Es hat was mit Biologie, Chemie und Nachhaltigkeit zu tun“, verriet er. Voll des Lobes war schließlich auch der ebenfalls anwesende Bürgermeister Heiner Fragemann: „Wir wissen, was wir an dieser Schule haben. Und wir stellen hier immer wieder Engagement fest, das über das normale Maß hinausgeht.“