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Bergische Uni: Rezept gegen Gedränge auf Bahnhöfen

Bergische Uni : Rezept gegen Gedränge auf Bahnhöfen

Am Hamburger Hauptbahnhof herrscht wegen ausfallender Züge großes Gedränge. Bahnsteige werden abgesperrt, Fahrgäste erhalten nur noch dosiert Zugang. Solche Szenarien drohen in Zukunft auch weiteren Bahnhöfen in Deutschland, zeigen sich die Wuppertaler Professoren Armin Seyfried und Frank Fiedrich überzeugt.

"Gerade zu Stoßzeiten oder bei Verspätungen und Ausfällen kommt es aufgrund stetig zunehmender Fahrgastzahlen zu einem Ansturm, dem viele nicht mehr gewachsen sind", so die Wissenschaftler. "Das ist nicht nur unangenehm, sondern birgt — gerade auf Bahnsteigen und Rolltreppen — auch erhebliche Gefahren." Im Rahmen des Projektes CroMa — angelehnt an den englischen Begriff Crowd-Management — wollen sie daher neue Konzepte und Maßnahmen erarbeiten, mit denen sich die Lage entspannen und die Effizienz erhöhen lässt.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für drei Jahre mit 2,1 Millionen Euro gefördert. Die Koordination liegt in den Händen der Bergischen Universität. Als Partner eingebunden sind weitere Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Verkehrsbetreiber und Veranstalter. "Gemeinsam wollen wir Methoden zur Lenkung von Personenströmen untersuchen, die auch im Bahnhof funktionieren", sagt Prof. Dr. Seyfried.

Prof. Dr. Fiedrich ergänzt: "Bei Crowd-Management geht es auch darum, durch gute Information und richtige Anreize kritischen Situationen vorzubeugen." Um die Überführung der Forschungsergebnisse in die Praxis sicherzustellen, sind auch mehrere Verkehrsbetriebe wie die Deutsche Bahn, die Schweizer Bundesbahnen und die Kölner Verkehrs-Betriebe sowie Veranstaltungstechniker, Polizei und Ordnungsdienstleister an dem Projekt beteiligt.

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An der Uni Wuppertal sind vor allem zwei Lehrstühle involviert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Lehr- und Forschungsgebiet Computersimulation für Brandschutz und Fußgängerverkehr befassen sich mit der Gestaltung von Bahnsteigen und anderen Verkehrsflächen für Fußgänger. Neben physischen und baulichen Systemen wie Absperrgittern haben die Forschenden dabei auch psychologische Faktoren im Blick. So wollen sie etwa in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum die Wirkung sozialer Regeln untersuchen sowie unterschiedliche Formen der Informationsweitergabe und Ansprache testen.

Im Fokus des Lehrstuhls für Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherung stehen insbesondere die Auswirkungen großer Personenströme auf Bahnanlagen und die resultierenden Anforderungen an davon betroffene Entscheidungsträger. "Bedingt durch die Vielzahl an Akteuren — beispielsweise Verkehrsunternehmen, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und Bundes- bzw. Landespolizei — sind eine effiziente Kommunikation und ein strukturierter Informationsaustausch zur reibungslosen Zusammenarbeit notwendig", betont Prof. Dr. Fiedrich. "Wir befassen uns daher mit der Optimierung des interorganisationalen Risiko- und Krisenmanagements im Hinblick auf Informationsflüsse und Entscheidungsfindung."

Durch die Entwicklung von Empfehlungen hierzu soll die Funktionsfähigkeit und Sicherheit der Bahnhofsinfrastrukturen auch unter besonderen Belastungen aufrecht erhalten werden können.