Platz fünf beim Wuppertaler Bürgerbudget: Was ist ein Queeres Zentrum?

Platz fünf beim Wuppertaler Bürgerbudget : Was ist ein Queeres Zentrum?

Mit 699 Stimmen landete das Queere Zentrum Wuppertal auf Platz fünf der Vorschläge für das Bürgerbudget. 28.200 Euro gibt es damit für die Umsetzung der Idee. „Ein bisschen gedämpft“ sei die Freude über die Platzierung schon, gibt Christiane Freyer vom Frauenzentrum „urania“ zu.

„Online lagen wir auf dem zweiten Platz. Als die Papierstimmen dann ausgezählt waren, rutschten wir plötzlich auf den fünften.“ Die gedrückte Stimmung beziehe sich aber nicht aufs Finanzielle, sondern in erster Linie darauf, dass eine hohe Platzierung der Idee eine stärkere Gewichtung gegeben hätte. „Das Queere Zentrum hätte damit einen noch höherer Bekanntheitsgrad erhalten geraten“, erklärt Christiane Freyer.

Ein bisschen Öffentlichkeit gab es aber trotzdem, und die fragt sich: Ein Queeres Zentrum, was ist denn das? „Das ist durchaus einfach und durchaus kompliziert“, setzt Freyer zu einer Antwort an. Das Wort „queer“ als Adjektiv bezeichnet Menschen, die schwul oder lesbisch sind, Transgender und Menschen, die sich keinem oder beiden Geschlechtern zugehörig fühlen. Für all Wuppertaler, die zur LSBTIQ -Community im Tal zählen (LSBTIQ = Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und Queers) und sich in Gruppen wie Wupperpride, BJ, Queer Wuppertal und dem Queer Referart der Uni organisieren, möchte das Frauenzentrum urania ein Zentrum gründen, in dem sie sich treffen, Aktivitäten planen und umsetzen, beraten und feiern können. „In dem sich alle auf Augenhöhe begegnen.“

Die Idee dazu geisterte schon länger in den Köpfen der LSBTIQ-Community herum. Drei bis vier Mal im Jahr kommen die Mitglieder unter Leitung der Gleichstellungsstelle der Stadt zu einem runden Tisch zusammen und tauschen sich aus.

Den Anstoß zur Umsetzung gaben schlussendlich die Frauen des Frauenzentrums „urania“, denen Ende letzten Jahres ihre Räume in der Stiftsstraße gekündigt wurden. „Der Begriff Queeres Zentrum zurrt unser Vorhaben im Groben begrifflich fest – organisatorisch sind wir aber noch in der Findungsphase“, erläutert Christiane Freyer, die sich seit 2005 im Frauenzentrum engagiert, die bisherigen Planungsfortschritte.

Mittlerweile haben die Frauen des Frauenzentrums neue Räume auf der Hochstraße gefunden. 140 Quadratmeter und damit viel zu groß für eine Gruppe allein. Hier möchten die Initiatorinnen das Queere Zentrum ansiedeln. „Es bekommt einfach jeder einen Schlüssel.“

Bereits Ende dieses Jahres soll der Startschuss fallen. 28.200 Euro sind der queeren Gemeinschaft aus den Mitteln des Bürgerbudgets auf jeden Fall sicher. „Das ist zwar nur ein Teil von den 42.000 Euro, die wir beantragt haben, aber ein guter Anfang.“ Genau wie der Frauenverein „urania“ möchte sich das Queere Zentrum aus Spenden finanzieren.

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