DOC-Umfrage der Stadt Wuppertal stößt auf Skepsis

Einzelhändler machen Druck : DOC-Umfrage der Stadt stößt auf Skepsis

„Es muss jetzt endlich entschieden werden!“ Mit diesen Worten sprach Michael Kozinowski, Buchhandlung Klaus v. Mackensen, bei der Diskussions-Veranstaltung in der Bergischen IHK zum DOC-Streit vielen Einzelhändlern aus der Seele.

IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge ergänzte: „Jede weitere Verzögerung schadet beiden Städten, denn potentielle Investoren warten ab, wie der Streit ausgeht.“ Die Mehrheit der anwesenden Händlerinnen und Händler war bereit, dass jüngste Kompromiss-Angebot des DOC-Investors zu akzeptieren, in dem eine Reduktion der Verkaufsflächen angeboten wird. Insbesondere in Barmen gibt es aber noch Vorbehalte.

Die IHK hatte insgesamt über 900 Händler eingeladen, rund 20 waren zur Diskussion gekommen. Die von der Stadt geplante Befragung stieß überwiegend auf Ablehnung. Die Mehrheit der Einzelhändler sieht in der Befragung eine Verzögerungsstrategie der Stadt Wuppertal, in der die Händler eher instrumentalisiert als gestärkt werden sollen.

Auch die IHK sieht die Umfrage kritisch: „Welcher Einzelhändler wird in einer solchen Befragung schon sagen, dass ihm neue Konkurrenz nichts ausmacht?“, so Wenge. Zudem kritisiere der Handelsverband zu Recht, dass nicht nach den Sortimenten der Händler gefragt werde und anonyme Antworten möglich sein sollen. Diese Informationen seien aber wichtig, um die Betroffenheit überhaupt einschätzen zu können.

IHK-Präsident Thomas Meyer wies noch einmal auf die negativen politischen Auswirkungen der DOC-Streits hin: „Wenn die Klageverfahren nicht schnell beendet werden und der Streit weiter dauert, dann wird das Bergische Städtedreieck bei der Vergabe von Fördergeldern künftig deutlich schlechtere Chancen haben.“

Außerdem betonte er noch einmal, dass durch das DOC 800 Arbeitsplätze geschaffen, und Kaufkraftabflüsse aus der Region reduziert würden. Auch das müsse in eine ausgewogene Bewertung miteinfließen.

Mehr von Wuppertaler Rundschau