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Ottenbrucher Bahnhof: Neue Verkaufsbemühungen

Ottenbrucher Bahnhof: Neue Verkaufsbemühungen

Die Bahn will das Schmuckstück direkt an der Nordbahntrasse loswerden. Als Preisvorstellung sind nur 120.000 Euro angesetzt. Grund: Das denkmalgeschützte Gebäude ist in schlechtem Zustand und das Grundstück eigentlich zu klein.

Das Exposé des Bundeseisenbahnvermögens spricht von einem "stark erhöhten Sanierungsbedarf" in dem 1879 errichteten Komplex an der Funckstraße im Briller Viertel. Das gilt insbesondere für einen Teil des Obergeschosses, der nach einem Brand im Jahr 1988 nicht mehr hergerichtet wurde. Auch Elektroinstallation und sanitäre Anlagen seien veraltet und nicht mehr zeitgemäß.

Der Beliebtheit der nach wie vor an Betreiberin Jette Müller verpachteten Kneipe im Erdgeschoss und der vor allem der für Trassennutzer attraktiven großen Terrasse tut das keinen Abbruch. Auf diesen neuen Lagevorteil spekuliert offenbar auch die Bahn, die aktuell ihre schon lange gehegten Verkaufsabsichten noch einmal intensiviert und ein Gebotsverfahren angestoßen hat, bei dem auf Basis eines Gutachtens 120.000 Euro als Preisvorstellung im Raum stehen.

Neben dem Gebäudezustand fällt dabei auch das mit gut 1.000 Quadratmeter eher kleine Grundstück ins Auge, das bei künftigen Besitzern Fragen zur Stellplatzthematik, der Terrassennutzung und zur Anbindung in Richtung Trasse aufwerfen dürfte. Der Pachtvertrag, heißt es beim Bundeseisenbahnvermögen, sei unbefristet, aber — mit relativ langer Kündigungsfrist — kündbar.

Bis Ende Mai können Interessenten Gebote abgeben. Dann wird sich zeigen, ob es Investoren gibt, die das verwunschene Trassen-Juwel wachküssen wollen.