Neues Online-Projekt Ein Stadtplan mit Frauen-Power

Wuppertal · Friedrich Engels, Robert Daum, Johannes Rau. Wer durch die Straßen unserer Stadt läuft, begegnet in den Straßennamen oft den Männern, die Wuppertal geprägt und großgemacht haben. Dass es mindestens genauso viele Frauen gegeben hat und gibt, thematisiert ein virtueller Stadtplan. Über eine Homepage, die ganz real begeistert.

 Die „Wupperfrauen“-Initiatorinnen Uta Kroder, Eva Waldschütz, Dagmar Hertle und Ulrike Mecking-Kroder.

Die „Wupperfrauen“-Initiatorinnen Uta Kroder, Eva Waldschütz, Dagmar Hertle und Ulrike Mecking-Kroder.

Foto: wupperfrauen

Am Samstag (11. Februar 2023) um 17 Uhr kommen sie zusammen. Die Organisatorinnen und Web-Designerinnen, die Historikerinnen, Journalistinnen, all die Begeisterten – für Frauen aus und in dieser Stadt. Denn am heutigen Samstag wird im Foyer des Schauspielhauses die Homepage der „Wupperfrauen“ vorgestellt und gefeiert. Uta Anne Kroder sagt: „Wir feiern dieses Projekt, das so viele Menschen zusammengeführt hat. Und Frauen sichtbar macht.“

Der Beginn des Projekts liegt bereits zwei Jahre zurück. Die Webdesignerin Uta Anne Kroder und einige andere Wuppertalerinnen wollten einen Stadtplan schreiben – und zwar einen weiblichen. „Von unseren 2.160 Straßen tragen 27 Prozent einen männlichen Namen“, sagt die Mitinitiatorin. „Und nur drei Prozent einen weiblichen – und da sind sogar schon Märchenfiguren miteingerechnet.“

Gab es nur wenige Wuppertalerinnen mit Wirkungsgrad? Oder werden sie in der Öffentlichkeit schlichtweg nicht dargestellt? Kroder und ihre Mitstreiterinnen machen sich auf die Suche nach Biografien und tragen über 200 zusammen. Dabei werden sie mehr. Mehr Frauen und auch Männer, die historische Fotos, Geschichten beisteuern können. Das Projekt zieht Kreise und ein immer diverseres Frauenbild wächst.

Zwei Jahre nach Projektstart verteilen sich 37 Biografien über den virtuellen Stadtplan. Via Mausklick kann der User in das Leben und Wirken der Frau eintauchen und über die deutsch-jüdische Wissenschaftlerin Cläre Tisch, von der nur ein einziges Foto existiert, genauso lesen wie über die bekannten Frauen Bausch, Süßmuth und Schwarzer oder über aktuell prägende Zeitgenossinnen wie die engagierte Unternehmerin Selly Wane. „Es werden immer mehr Frauen hinzukommen“, sagt Uta Anna Kroder. „Wir haben 200 weitere Frauen auf unserer Liste.“

Und auch Ideen für Begegnungen im realen Leben sind schon angedacht. Ein Stadtrundgang, der via App die Frauen in Verbindung mit ihrer Heimat zum Leben erweckt. Oder auch QR-Codes und Hinweisschilder, die an berühmte und einflussreiche Frauen erinnern.

Jetzt freuen sich die Organisatorinnen auf heute und sind froh und dankbar, ein echtes Herzensprojekt auf den Weg gebracht zu haben. Kroder: „Es macht wirklich Freude, sich mit diesen Mut machenden Frauen zu beschäftigen.“

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