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Mülldetektive in Wuppertal: Illegalem Müll auf der Spur

Mülldetektive ermitteln : Illegalem Müll auf der Spur

Zur Aufdeckung und Beweissicherung von illegalen Müllkippen schicken Stadt, AWG und das Jobcenter jetzt Mülldetektive auf die Straße. Ihre Aufgabe: Beweise sichern und so dazu Beitragen, mögliche Verursacher zu ermitteln.

Mitte November erreichte uns die Zuschrift einer Leserin aus Vohwinkel. „Ein Stück heile Welt, so denkt man“, schrieb sie über ihren Stadtteil. „Geht man weiter, so sieht man, dass man sich irrt.“ Von der Brücke Homannstraße bis zum Bahnhof Vohwinkel trüben wilde Müllkippen das idyllische Stadtbild: Hausrat, Bauabfälle, ausrangierte Toiletten, Sperrmüll. Sogar zwei Säcke mit der Aufschrift: „krebserzeugende Mittel“ sollen sich unter dem Unrat befunden haben. Anwohner hatten bereits das Ordnungsamt kontaktiert. Dort wurde man an die Deutsche Bahn verwiesen, da es sich bei dem angegebenen Grünstreifen um Bahngelände handele. Von Seiten der Bahn herrschte lange Zeit Funkstille. Mitte Dezember verschwand der Müll plötzlich. Fast zeitgleich stellen die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG), die Stadt Wuppertal und das Wuppertaler Jobcenter ein neues Projekt vor: die Wuppertaler Mülldetektive.

Ab sofort führen zwei eigens dafür eingestellte Mitarbeiter Kontrollen im gesamten Stadtgebiet durch. Aufgabe der Mülldetektive ist es, illegale Entsorgungen festzustellen, Beweise zu sichern und die Beseitigung zu veranlassen. Zusätzlich liefern sie dem Ordnungsamt Informationen, die dabei helfen, Verursacher der illegalen Müllkippen festzustellen. Über 400 solcher illegalen Entsorgungsstellen konnten im vergangenen Jahr in Wuppertal festgestellt werden. Dabei handelt es sich nicht nur um die Vermüllung von Grünstreifen wie in Vohwinkel, sondern auch um ordnungswidrige Entsorgungen rund um AWG-Depotcontainer. Ist der Altpapiercontainer voll, wird die Pappe häufig einfach daneben gestapelt – und vielleicht sogar noch ein leeres Farbtöpfchen daneben gestellt. Eben das, was noch als Sondermüll im Keller lagert.

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Zur Beweissicherung dieser illegalen Müllkippen dient das Vier-Augen-Prinzip. Die Mülldetektive werden immer zu zweit „auf Streife“ gehen, und das nicht nur zu regulären Arbeitszeiten, sondern verstärkt in den Abendstunden und am Wochenende. Gefördert und finanziert wird die Maßnahme über das Wuppertaler Jobcenter durch das Teilhabechancengesetz. Läuft das Projekt vielversprechend an, wird in Zukunft ein dritter Mülldetektiv zu dem bestehenden Duo stoßen.

Und im Falle der illegalen Entsorgungen auf Vohwinkeler Bahngelände? „Sobald die Mülldeponie gemeldet wurde, muss die Stadt die Deutsche Bahn informieren. Mehr ist in diesem Falle von unserer Seite aus nicht machbar“, erklärt Andreas Spiegelhauer, Pressesprecher der AWG.