Lindh besucht Flüchtlingsrettungsschiff

Diskussion um Flüchtlingsschiffe: Lindh: "Es geht um die Menschlichkeit"

Der Wuppertaler SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh hat vor der Küste von Malta das Flüchtlingsrettungsschiff "Sea-Watch 3" besucht.

49 Menschen — vor allem aus Afrika — sind an Bord des 50 Meter langen Bootes, das von der Organisation "Sea-Watch" mit Sitz in Berlin betrieben wird und in den Niederlanden registriert ist. Dem Schiff droht schwere See, und immerhin hat die maltesische Regierung ihm erlaubt, in die küstennähere Zwölf-Meilen-Zone einzufahren. Aufnehmen wollen die an Bord befindlichen Flüchtlinge aber weder Malta noch Italien.

Helge Lindh ist mit mehreren anderen Abgeordneten verschiedener Fraktionen nach Malta geflogen, um vor Ort politischen Druck auszuüben. "Es geht hier um die Menschlichkeit", so Lindh gegenüber der Wuppertaler Rundschau: "Dieses ständige Handeln wie auf einem Basar nach dem Motto ,Wir nehmen so viele, die anderen müssen aber dann so viele nehmen', muss aufhören. Diese Menschen sind dort auf dem Schiff, und man muss sie aufnehmen."

Was Lindh will, ist eine klare Positionierung Deutschlands: Erforderlich seien — im Idealfall sogar europäische — Aufnahmekontingente im Rahmen eines Einwanderungsgesetzes.

"Große Länder sind hier besonders gefordert. Wir sollten uns ein Beispiel an Spanien nehmen, das in Sachen Seerettung schon so viel getan hat", sagt der Wuppertaler SPD-Mann. Und weiter: "Dieses Problem, das wieder und wieder auftauchen wird, kann nicht auf dem Wasser gelöst werden. Europa muss sichere Häfen für solche Fälle schaffen. Unter dem Dach eines gemeinsamen europäischen Asylsystems."

Was Lindh außerdem wütend macht: "Die Retter, die die jeweiligen Schiffe betreiben, müssen einem nicht alle gefallen. Aber es muss Schluss damit sein, die Seeretter zu kriminalisieren. Deutschland hätte ja auch unsere staatliche Seenotrettung aufs Mittelmeer schicken können. Aber die wurde ja eingestampft."

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