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Kommt die 7. Wuppetaler Gesamtschule ins Art-Hotel in Heckinghausen?

7. Gesamtschule in Wuppertal : Wieder Gespräche über das Art-Hotel

In die festgefahrene Diskussion über den Standort der für Wuppertals Osten geplanten siebten Gesamtschule ist wieder Bewegung gekommen: Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Stadtkämmerer Johannes Slawig bestätigten am Donnerstag (28. Januar 2021) offiziell, dass die Verhandlungen mit Erich Bethe, dem Eigentümer des ehemaligen Art-Hotels an der Bockmühle, wieder aufgenommen worden und erfolgversprechend seien.

Für Schuldezernent Stefan Kühn sind das Gebäude und sein Umfeld „aus schulfachlicher Sicht eine sehr, sehr gute Lösung.“ Außerdem bekäme der Stadtteil Heckinghausen mit einer Gesamtschule einen wichtigen, zukunftsweisenden Impuls.

Auch die SPD-Ratsfraktion unterstützt den möglichen Standort. „Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Wuppertal hat immer aus schulfachlicher Sicht den Standort Art-Hotel in Heckinghausen präferiert. Deshalb begrüßen wir, dass entsprechend jüngster Medienberichte in mögliche Verhandlungen mit dem Eigentümer des Art-Hotels wieder Bewegung kommt“, so die schulpolitische Sprecherin Dilek Engin.

Servet Köksal, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bauen: „Auch aus der Perspektive der Stadtentwicklung präferieren wir den Standort Art-Hotel an der Bockmühle. Mit einer entsprechenden Umfeld-Gestaltung birgt der Standort große Entwicklungspotentiale im Wuppertaler Osten.“ Und weiter: „Jetzt erwarten wir, dass auch die Finanzierungsfragen mit den Vorgaben des städtischen Haushalts in Einklang gebracht werden. Entsprechend gehen wir davon aus, dass die Finanzverwaltung im Wechselspiel mit dem Gebäudemanagement solide und belastbare Berichterstattungen zügig in den Rat und die zuständigen Ausschüsse einbringen wird.“

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Zustimmung kommt auch von der CDU. Die Fraktionsvorsitzenden Ludger Kineke und Caroline Lünenschloss: „Wir begrüßen es, dass das Gebäude des ehemaligen Art-Hotels in Heckinghausen jetzt als Standort für eine weiterführende Schule im Wuppertaler Osten wieder im Gespräch ist. Das ist vor allen Dingen auf das persönliche Engagement von Oberbürgermeister Dr. Uwe Schneidewind zurückzuführen. Die Verhandlungen mit der Bethe-Stiftung und ihrem Gründer Erich Bethe sind offensichtlich auf einem guten Weg. Eine kurzfristige Einigung scheint möglich, nachdem die Preisvorstellungen zuvor noch weit auseinanderlagen.“

Die Christdemokraten: „Der Standort an der Bockmühle in Wuppertal-Heckinghausen ist vor allen Dingen aus schulorganisatorischer Sicht im Vergleich zu den anderen diskutierten Varianten für den Bau einer siebten Gesamtschule (u.a. an der Badischen Straße, der Spitzenstraße oder der Stollenstraße) erste Wahl. Damit verbindet sich nicht zuletzt auch eine weitere Aufwertung des Stadtteils, denn ein solcher Schulbau ist zugleich Stadtentwicklung. Wir gehen davon aus, dass es gelingt, wesentliche Gebäudeteile mit der Fassade und den fest verbauten Kunstwerken nun weitgehend erhalten werden können. Ferner dürfte die sich jetzt abzeichnende Entwicklung bei den Betroffenen insbesondere im Bereich an der Badischen Straße, im Sportverein und bei den Kleingärtnern, zur Erleichterung führen. Wir sind davon überzeugt, dass die ruhige, sachliche Art von Oberbürgermeister Schneidewind dazu beigetragen hat, dass die Vertragsverhandlungen jetzt schnell zu einem guten Abschluss gebracht werden können. Dabei erkennen wir auch die Verhandlungsbereitschaft auf Seiten der Bethe-Stiftung an, die sich als Eigentümerin dieser besonderen Immobilie im Stadtteil Heckinghausen ihrer gesamtstädtischen Verantwortung bewusst ist.“

Die Grünen hoffen ebenfalls auf einen positiven Abschluss. Es sei gut, dass „dem Thema Bildung in Wuppertal endlich ein höherer Stellenwert zukomme. „Wir freuen uns, dass mit Oberbürgermeister Uwe Schneidewind endlich Schwung in das Entstehen der dringend benötigten neuen Gesamtschule kommt. Viel zu lange mussten in den vergangenen Jahren jeweils Hunderte Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern immer wieder von ihrem Wunsch Gesamtschule Abstand nehmen. Es gab schlicht viel zu wenige Gesamtschulplätze“, so der Fraktionsvorsitzende Paul Yves Ramette. „Mit dem lange von uns gewünschten Standort Art-Hotel würde die siebte Gesamtschule genau dort entstehen, wo sie die größte Wirkung entfalten kann, denn insbesondere im Osten der Stadt ist der Bedarf groß.“

Caterina Zinke, schulpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion: „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Schwierigkeiten bei der Findung eines Ersatzstandortes für die ,Else‘ und des Johannes-Rau-Gymnasiums für die Zeit der Renovierung, ist der Erfolg des Oberbürgermeisters bei den Verhandlungen zum Art-Hotel nach langem Stillstand ein starkes Signal des Aufbruchs an die Schulen.“