Industriekultur für die ganze Familie Industriekultur für die ganze Familie

Wuppertal · Zum Tag der Industriekultur am Sonntag (12. Mai 2024) öffnen Initiativen, Unternehmen und Museen entlang der Nordbahntrasse und in der Nähe ihre Sammlungen, erläutern ihre Baudenkmäler und deren Umnutzung.

Stephan Volter (li.) und Joachim Sauerwein von der Wuppertal-Achse.

Stephan Volter (li.) und Joachim Sauerwein von der Wuppertal-Achse.

Foto: Wuppertaler Rundschau/rt

Von der „Wuppertal-Achse“ im Westen der Stadt bis zum „Visiodrom“ im Gaskessel Heckinghausen sind knapp 15 Stationen unmittelbar an oder in der Nähe der Nordbahntrasse geöffnet: Der Modellbauverein „Wuppertal-Achse“ stellt seine realistische Rekonstruktion der Wuppertaler Talachse der 1930er Jahre im Maßstab 1:87 aus. Im ehemaligen Bahnhof Varresbeck öffnet das Restaurant und bietet bergische Schmankerl und Deftiges an. Eine Ausstellung zeigt die früheren Stätten der Arbeit rund um den Bahnhof.

Am Kalktrichterofen bieten das Ressort Umweltschutz der Stadt Wuppertal und das Museum Industriekultur einen geführten Rundgang über den Eskesberg an. Östlich des Dorrenberg-Tunnels stellen sich im ehemaligen Gold-Zack-Gebäude die Wiesenwerke vor. Auch das dort angesiedelte Bandwebermuseum hat morgen geöffnet. Im Mirker Bahnhof ist der „Hutmacher“, die Gastronomie von Utopiastadt, geöffnet. Außerdem wird bei zwei Führungen die Sanierung und Nachnutzung des historischen Gebäudes erläutert. Am ehemaligen Bahnhof Wuppertal-Loh lädt die Draisinenstrecke zu Fahrten auf dem noch verbliebenen Gleiskörper ein.

Im Engelsgarten zeigen die Garnbleicher ihr altes Handwerk.

Im Engelsgarten zeigen die Garnbleicher ihr altes Handwerk.

Foto: Zentrum für Stadtgeschichte und Industriekultur/Christoph Grothe

Kurz vor dem Rotter Tunnel ist in diesem Jahr wieder der Modell-Eisenbahn-Club Wuppertal mit von der Partie, etwas weiter östlich, auf dem Steinwegviadukt, versorgt der Bergische Geschichtsverein Interessierte mit einem reichhaltigen Angebot an Büchern und Routen zur Lokalgeschichte.

Auf dem Sedansberg öffnet die ehemalige Konsum-Verteilstelle 145 ihre Pforten. Die dort beheimatete Ausstellung wirft einen Blick zurück auf 100 Jahre Notgeld und den großen Streik um den Achtstundentag vor 100 Jahren. In der ehemaligen Konsumgenossenschaft „Vorwärts“ ist die Dauerausstellung geöffnet, außerdem werden Führungen angeboten. Im Shed der Familie Sohn kann der Bandwebstuhl aus dem Jahr 1895 besichtigt werden, auch hier gibt es Führungen

Unterhalb des Viadukts über die Wichlinghauser Straße ist die stromhistorische Sammlung zu sehen. Ein paar Meter weiter bietet der BOB Campus eine Führung an. Im Gaskessel Heckinghausen kann die spektakuläre 360-Grad-Show „Leonardo da Vinci – uomo universale“ erlebt werden.

Das Engels-Haus atmet den Geist einer großen historischen Persönlichkeit: Friedrich Engels (1820-1895). Das Gebäude, 1775 erbaut, war das Wohnhaus seines Großvaters und repräsentiert den wirtschaftlichen Erfolg der Familie als Textilunternehmer in der Frühindustrialisierung. Die aufwändige Dauerausstellung zu Leben und Werk von Friedrich Engels stellt den Fabrikantensohn aus Barmen als einen echten Allrounder vor: Philosoph, Gesellschaftskritiker, Historiker, Journalist, kommunistischer Revolutionär, Militärexperte, Sprachgenie und Weltbürger. Am morgigen Tag der Industriekultur kann das Engels-Haus und die aktuelle Wanderausstellung „Karl Marx, Friedrich Engels und die Revolution 1848/49“ kostenfrei von 10 bis 18 Uhr besucht werden.

Darüber hinaus bietet das Museum Industriekultur (MIK) um 12 und 15 Uhr eine kostenlose Führung durch den Engelsgarten an. Im Fokus der Führungen steht die Erinnerungskultur, die an Hand der Denkmäler im Engelsgarten erläutert wird. Am frühen Nachmittag stellt der Vortrag „Der Barmer Bruch im Wandel“ der Historikerin Anna-Lena Geisel das Umfeld des Engels-Hauses in den Vordergrund, Beginn ist um 14:30 Uhr.

Stefanie Weyer, Kuratorin des Museums Industriekultur Wuppertal, bietet erstmals ein „Objekt-Speed-Dating“ an, los geht es um 16 Uhr. Im Engelsgarten wird die Langerfelder Garnbleichertruppe von 11 bis 17 Uhr ihr altes Handwerk wieder zum Leben erwecken. Ein umfangreiches Kinderprogramm mit Malwettbewerb rundet den Tag ab.

Auch in Cronenberg wird am Sonntag die Industriekultur lebendig: Das Museum auf dem Knipex-Firmenwerksgelände im Herzen Cronenbergs bietet Führungen durch die 800 Quadratmeter große Sammlung an.

Die Bergischen Museumsbahnen holen auf ihrem Gelände an der Kohlfurth für die Besucherinnen und Besucher extra die alten Schätzchen aus der Halle und erläutern die Geschichte der früheren Straßenbahnbetriebe und ihrer Strecken, die Fahrzeugtechnik und die Verkehrsabläufe. Auch der zwischen Cronenberg und der Kohlfurth gelegene Manuelskotten öffnet am Tag der Industriekultur für seine Gäste.

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